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Neue Details zu Anlage-Verlusten bei Krankenkassen
Drei kleinere Krankenkassen haben laut NDR, WDR und SZ zusammen mehr als 100 Millionen Euro im Veriusfonds verloren. Eine Sonderprüfung der KV Berlin bezweifelt, dass ihre Anlagerichtlinie eingehalten wurde.
Im Skandal um die Millionenverluste bei Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) kommen neue Details ans Licht. So haben drei kleinere Krankenkassen, die bislang keine Angaben zur Höhe ihrer Fehlinvestments gemacht haben, nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) zusammen rund 100 Millionen Euro verloren. Demnach hat die Bahn BKK und die Viactiv-Krankenkasse jeweils 40 Millionen Euro mit dem Verius-Fonds verloren, die Siemens BKK 20 Millionen Euro.
Keine der betroffenen Kassen will sich auf Anfrage konkret äußern. Die Viactiv-Krankenkasse bittet um Verständnis, "dass wir uns aufgrund der aktuell laufenden Prüfungen unserer Investitionen nicht zu den betreffenden Sachverhalten äußern können". Die Siemens BKK teilt mit, dass man sich zu "Details aufgrund der laufenden juristischen und fachlichen Aufarbeitung derzeit nicht äußern" könne. Die Pressestelle der Bahn BKK hat trotz mehrfacher Nachfragen nicht reagiert.
Exklusiv
17.07.2026
Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben wohl Beitragsgelder in fragwürdige Immobilienfonds investiert.
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Bedeckt hält sich auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin. Sie hat allein in den Veriusfonds rund 15 Millionen Euro investiert. Ein interner Bericht, der NDR, WDR und SZ vorliegt, zeigt: Die KV hatte bereits im Jahr 2024 externe Wirtschaftsprüfer beauftragt, ihre Finanzbuchhaltung einer "Sonderprüfung" zu unterziehen.
Die Wirtschaftsprüfer von Forvis Mazars haben demnach von Oktober 2024 bis März 2025 Investments der KV Berlin überprüft. Der interne Bericht galt bisher als Verschlusssache. Und er ist brisant. Denn auch wenn die Wirtschaftsprüfer von Forvis Mazars keine Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften feststellten, haben sie bei fünf von sechs geprüften Geldanlagen "Zweifel hinsichtlich der Übereinstimmung dieser Finanzprodukte mit der Anlagerichtlinie".
Von den geprüften Investments in Höhe von 42 Millionen Euro steht also die Frage im Raum, ob davon 36 Millionen Euro nicht hätten getätigt werden dürfen - darunter fällt auch das Investment in den Veriusfonds.
Die sechs geprüften Geldanlagen waren eine Stichprobe. Tatsächlich hat die KV Berlin in weit mehr zweifelhafte Geldanlagen investiert. In dem internen Dokument aus dem Jahr 2025 widerspricht ein Teil des damaligen Vorstands der KV Berlin der Bewertung der Gutachter. Seiner Auffassung nach sei die Anlagerichtlinie nicht restriktiver gefasst als die gesetzlichen Vorgaben, die die Kassenärztlichen Vereinigung bei ihren Investments beschränken.
Auf Anfrage, wollte sich der Vorstand der KV Berlin nicht konkret zu den Fragen äußern. Auch das Gremium aus gewählten Ärztinnen und Ärzten, das den Vorstand kontrollieren soll, die Vertreterversammlung, hat lediglich in Aussicht gestellt, sich mit den Fragen zu beschäftigen.