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Freie Exchange-Alternative: grommunio Web mit OpenPGP
grommunio Web 5.0 bringt OpenPGP-Unterstützung, eine neue Befehlspalette und eine verbesserte Outlook-Integration.
grommunio hat die Version 5.0 seines Web-Clients veröffentlicht. Das Update erweitert die Mailoberfläche vor allem um OpenPGP-Unterstützung, eine Befehlspalette und Funktionen zum Rückgängigmachen von Aktionen. Außerdem soll der Client Anhänge deutlich vielseitiger direkt im Browser anzeigen und bei Kategorien sowie Junk-Mail-Regeln enger mit Outlook zusammenarbeiten.
Bei grommunio handelt es sich um eine quelloffene Kommunikations- und Groupware-Plattform für E-Mail, Kalender, Kontakte, Dateien und Zusammenarbeit. Sie richtet sich an Organisationen, die eine selbst betriebene Alternative zu Microsoft Exchange und M365 suchen. Die Plattform entstand 2021 zunächst unter dem Namen grammm.
Die wichtigste funktionale Neuerung ist die Unterstützung von OpenPGP. grommunio Web kann E-Mails damit signieren, verschlüsseln, entschlüsseln und Signaturen prüfen. Die bereits zuvor implementierte S/MIME-Unterstützung bleibt erhalten. Beide Verfahren dienen dazu, Mailinhalte vor unbefugtem Zugriff zu schützen und Absender kryptografisch zu verifizieren.
Nach Angaben von grommunio erzeugt und entsperrt der Browser die Schlüssel lokal. Private Schlüssel liegen demnach verschlüsselt im eigenen Postfach; entschlüsselte Mailinhalte sollen den Browser nicht verlassen. Beim Verschlüsseln unterbricht der Client zudem das automatische Speichern von Entwürfen. Damit soll kein Klartextentwurf auf dem Server landen. Öffentliche Schlüssel kann der Client von Schlüsselservern abrufen, die Administratoren freigegeben haben.
Für häufige Bedienabläufe führt Version 5.0 eine Befehlspalette ein, die Nutzer mit Strg+K öffnen können. Darüber lassen sich Ordner, Ansichten und Einstellungen per Eingabe aufrufen sowie neue Elemente erstellen. Mit Strg+Z und Strg+Y kann man Aktionen wie Löschen, Verschieben, Kopieren, Markieren, Lesestatus ändern und Kategorisieren rückgängig machen oder wiederholen. Das gilt auch für verschobene Kalendereinträge. Die Funktion lässt sich in den Einstellungen unter „Allgemein“ aktivieren.
Der überarbeitete Dokumentbetrachter kann zahlreiche Dateiformate direkt im Browser öffnen und anzeigen. Dazu zählen PDF, Word-Dateien einschließlich des alten DOC-Formats, Excel-Dateien, CSV, Präsentationen, OpenDocument-Dateien, RTF, Markdown, JSON und Quelltext. Auch Bilder, Audio- und Videodateien sowie angehängte EML-Nachrichten lassen sich laut Hersteller damit öffnen. Die Vorschau kann im Dialog, in einem eigenen grommunio-Tab oder in einem separaten Browserfenster erscheinen.
Mehrere Anhänge lassen sich künftig markieren und per Drag-and-drop in eine Nachricht ziehen, die der Nutzer parallel in einem anderen Tab oder Fenster verfasst. Beim Ablegen auf dem Desktop bündelt grommunio Web die Auswahl als ZIP-Archiv. Alternativ lassen sich einzelne Dateien in einem Zielordner speichern. Neu ist außerdem die Option, Anhänge aus bereits gespeicherten Nachrichten zu entfernen. Der Nachrichtentext und Metadaten wie Absender und Datum bleiben dabei erhalten; Administratoren können diese Funktion zentral abschalten.
Auch bei der Suche gibt es Neuerungen. Sie bezieht nun öffentliche Ordner samt Unterordnern ein und akzeptiert Suchpräfixe in der Sprache der Oberfläche. In einer deutschsprachigen Installation funktionieren damit etwa von:, an: und betreff:. Für freigegebene Postfächer ergänzt der Client eine Konversationsansicht und individuell sortierbare Ordnerlisten.
Bei der Interoperabilität mit Outlook setzt grommunio Web 5.0 auf gemeinsame Farbkategorien. Der Client speichert diese in der Hauptkategorieliste des Postfachs. Damit sollen Namen und Farben in grommunio Web, Outlook und auf Mobilgeräten übereinstimmen. Das gilt auch für gemeinsam genutzte Postfächer, deren Kategorien für alle Berechtigten sichtbar werden.