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Krafttraining lässt Fettzellen ohne Gewichtsverlust schrumpfen
Schon nach sieben Tagen Krafttraining hatten fettleibige Mäuse weniger mesenterisches Fett und kleinere Fettzellen, obwohl ihr Körpergewicht unverändert blieb. Zugleich verstärkten sich molekulare Signale, die den Fettabbau vorbereiten. Ob vergleichbare frühe Effekte beim Menschen auftreten, ist offen, denn die Studie erfasste nur männliche Mäuse und maß keinen Fettfluss direkt.
São Paulo (Brasilien). Viszerales Fett ist nicht nur ein Energiespeicher, sondern beeinflusst als tief im Bauchraum liegendes Gewebe auch den Stoffwechsel und kann bei starkem Übergewicht seine normale Regulation verlieren. Veränderungen durch Training werden allerdings oft erst untersucht, wenn das Körpergewicht bereits gesunken ist, wodurch sich unmittelbare Bewegungseffekte schwer von Folgen der Gewichtsabnahme trennen lassen.
Besonders wenig war bisher darüber bekannt, wie schnell Krafttraining das mesenterische Fettgewebe rund um den Darm verändert. Genau hier setzt die neue Untersuchung an.
Forscher der Universidade Estadual de Campinas (Unicamp) um Leandro Pereira de Moura haben acht Wochen alte männliche Swiss-Mäuse untersucht, die anschließend 14 Wochen lang eine fettreiche Nahrung mit 35 Prozent Fett erhielten. Ein Teil der fettleibigen Tiere absolvierte danach sieben Krafttrainingseinheiten, bei denen die Mäuse eine 70 Zentimeter hohe Leiter hinaufkletterten und Gewichte am Schwanz trugen.
Jede Einheit wurde mit 70 Prozent der zuvor bestimmten maximalen Belastbarkeit durchgeführt und umfasste 20 Aufstiege mit Pausen von 60 bis 90 Sekunden. Die fettleibigen Vergleichstiere blieben währenddessen inaktiv und bekamen dieselbe Nahrung, damit sich der Einfluss der Bewegung möglichst getrennt betrachten ließ.
„Wenn wir das gleiche Körpergewicht aufrechterhalten und beobachten, was im Körper passiert, können wir direkt isolieren, was körperliche Bewegung vor dem Gewichtsverlust bewirkt hat“, erklärt Leandro Pereira de Moura.
Nach den sieben Einheiten wogen die trainierten Mäuse insgesamt nicht weniger als die inaktiven fettleibigen Tiere, doch ihr mesenterisches Fettgewebe hatte eine geringere Masse und die darin enthaltenen Fettzellen waren kleiner. Für die Fettmasse des untersuchten Gewebes war der Unterschied statistisch signifikant.
Im Gewebe veränderte das Training mehrere Bestandteile des Systems, das gespeicherte Triglyzeride mobilisiert, wobei besonders deutlich die Genaktivität und der Proteingehalt von ABHD5 stiegen. Dieses Protein kann die Fettspaltung durch die Adipose-Triglyzerid-Lipase, kurz ATGL, fördern, wenn es von dem Speicherprotein Perilipin-1 freigesetzt wird.
Passend dazu fanden die Forscher eine stärkere Phosphorylierung von Perilipin-1 und der hormonsensitiven Lipase, während die Aktivität des Gens Scd1 sank, das an der Bildung einfach ungesättigter Fettsäuren beteiligt ist. Die Zusammensetzung der Fettsäuren im Gewebe änderte sich nach der kurzen Trainingsphase aber noch nicht messbar.
Auch zwei Enzyme für den Umbau der extrazellulären Matrix reagierten, denn die Aktivität von MMP2 nahm ab, während MMP9 zunahm. Die Autoren deuten dieses Muster als Hinweis auf eine strukturelle Anpassung des Fettgewebes und nicht als Nachweis eines vollständig normalisierten Stoffwechsels.