// HEISE ONLINE — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
KI-Update: Klage gegen OpenAI, Kill Switch, Neue Modelle, AI Summit, Mobilfunk
Das "KI-Update" liefert werktäglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Podigee GmbH) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer
Datenschutzerklärung.
Im Februar tötete eine 18-Jährige im kanadischen Ort Tumbler Ridge acht Menschen und nahm sich danach das Leben. Vor der Tat führte die Attentäterin auffällige Gespräche mit ChatGPT, die bei OpenAI eine Warnmeldung auslösten. Das Unternehmen entschied sich jedoch dagegen, die Behörden zu informieren.
Nun klagt die Provinzregierung von British Columbia gegen OpenAI, und zwar am Firmensitz in San Francisco. Justizministerin Niki Sharma verlangt, dass OpenAI für die Schäden aufkommt, etwa für die Betreuung der Überlebenden und den Abriss der Schule, an der niemand mehr arbeiten wollte. Es ist nicht das erste Verfahren dieser Art. Bereits mehr als zwei Dutzend Klagen von Angehörigen laufen, dazu ermittelt die Royal Canadian Mounted Police. OpenAI äußerte sich bislang nicht.
OpenAI erweitert seine GPT-6-Familie um zwei günstigere Modelle namens Sol und Luna. Die Nutzungskosten sinken um 50 Prozent gegenüber den Vorgängern. Sol zielt auf schwierige Aufgaben wie das Schreiben von Programmcode, Luna auf große Mengen einfacher Arbeiten wie das Zusammenfassen von Dokumenten. An der Denkleistung ändert sich laut dem Analysedienst Artificial Analysis wenig. Auffällig ist, dass OpenAI einige übliche Vergleichstests weglässt.
Spektakulärer klingt die zweite Meldung. Ein internes Modell soll nach nur einem Monat Training über 100 offene mathematische Probleme gelöst haben, darunter zwei Millennium-Probleme, auf die je eine Million Dollar ausgelobt ist. Die Fachwelt muss das erst prüfen. In einem offenen Brief warnen führende Forscher, das reine Lösen von Aufgaben durch KI untergrabe das Verständnis der Mathematik. OpenAI beruft eine Beratungsgruppe mit dem Mathematiker Timothy Gowers, behält sich das Forschungstempo aber selbst vor.
Elon Musks xAI hat mit Grok 4.7 ein neues KI-Modell veröffentlicht. Es steht ab sofort für Entwickler bereit und soll insbesondere bei Coding, agentischen Aufgaben und Wissensarbeit deutlich leistungsfähiger sein als sein Vorgänger. Das Modell basiert auf einem neuen, größeren Basismodell und wurde im Reinforcement Learning mit einem anspruchsvolleren Aufgabenmix trainiert. Für verbesserte Coding-Fähigkeiten nutzte das Unternehmen zudem anonymisierte Daten der Entwicklungsumgebung Cursor.
Während die Fortschritte bei allgemeinen Aufgaben laut ersten Benchmarks überschaubar bleiben, zeigt Grok 4.7 bei komplexer, agentischer Arbeit über längere Zeiträume deutliche Verbesserungen. Auffällig ist jedoch der hohe Tokenverbrauch: Obwohl die API-Preise mit zwei Dollar pro Million Eingabetokens vergleichsweise günstig sind, benötigt das Modell für Aufgaben im Schnitt deutlich mehr Output-Tokens als Konkurrenzmodelle. Dadurch fallen die tatsächlichen Kosten pro erledigter Aufgabe teils höher aus als bei effizienteren Alternativen.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Podcast (Podigee GmbH) geladen.