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Nach Mega-Börsengang: Neuer Öl-Boom in Nigeria?
Mit einem gigantischen Börsengang können sich erstmals Kleinanleger an Afrikas größter Ölraffinerie beteiligen. Das Unternehmen des Multimillionärs Dangote profitiert von der globalen Energiekrise.
Es ist ein Ereignis der Superlative: Afrikas reichster Mann, Aliko Dangote, startet Mitte September den größten Börsengang in der afrikanischen Geschichte und will damit zum größten afrikanischen Player im Ölgeschäft werden. Dabei ist seine Ölraffinerie in Nigeria heute schon die größte auf dem afrikanischen Kontinent.
Jetzt will Dangote die Produktionskapazitäten sogar verdoppeln - und öffnet sein Unternehmen für Kleinanleger aus ganz Afrika. Damit könnte die Raffinerie zu einer der weltweit größten werden. Für Dangote ist das ein Ereignis von historischer Tragweite, wie er beim Börsengang betonte: "Heute ist ein historischer Tag, nicht nur für die Dangote Ölraffinerie und Nigerias Kapitalmarkt, sondern für jeden Nigerianer und Afrikaner, der an das Versprechen unserer Nation glaubt. Es geht nicht nur darum, ein Unternehmen an die Börse zu bringen, es geht um ganz neue Chancen für Nigeria, für Afrika und für alle schwarzen Menschen."
"Ein historischer Tag": Aliko Dangote beim Börsengang seines Ölkonzerns.
Der Mann, der durch Geschäfte mit Zement und Zucker reich geworden ist, hat längst das große Ölgeschäft für sich entdeckt und 2024 eine gigantische Raffinerie errichtet, 60 Kilometer von Lagos entfernt, direkt an der Atlantikküste. Damit wurde Nigeria zu einem der wichtigsten globalen Exporteure für Kerosin nach Europa oder in die USA. Die Kontrolle über sein Unternehmen will Dangote mit dem Börsengang aber keinesfalls aufgeben. 87 Prozent bleiben in seinem Besitz.
Für Dangote ist es ein "Big Bang" und eine große Chance für Millionen Kleinanleger. Kurz nach dem Börsengang setzte ein regelrechter Run auf die Aktien ein. Die Apps, über die man die Aktien ordern konnte, brachen unter dem großen Ansturm zusammen. Viele Kleinanleger, die das Mindestangebot von zehn Aktien annehmen wollten, guckten buchstäblich in die Röhre, weil zu viele zu schnell zugreifen wollten; so wie Oluwayinka Alaje, der in Nigerias Hauptstadt Abuja einen kleinen Druckerladen leitet: "Ich habe versucht, die Aktien auf einer speziellen App zu kaufen, aber beim ersten Versuch wurde der Bildschirm leer, und auch beim zweiten Versuch verschwand alles."
Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, will den Osten des Kontinents energieunabhängiger machen.
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Viele Menschen in Nigeria hoffen jetzt auf große Gewinne und dass der Aktienkurs möglichst schnell möglichst hoch steigt - in einem Land, in dem fast zwei Drittel der Bevölkerung in extremer Armut leben und die Mehrzahl der Menschen gerade unter extrem hohen Sprit- und Lebensmittelpreisen leidet. Daran dürfte auch der historische Börsengang kaum etwas ändern.
Viele der Straßenhändlerinnen in Nigerias größter Stadt Lagos können sich die Aktien schlicht nicht leisten, auch wenn sie für die Mindestmenge nur knapp vier Euro hinlegen müssen - für sie sind das trotzdem immerhin rund zehn Prozent des monatlichen Mindestlohns. "Wir versuchen hier zu überleben. Es mag eine gute Sache sein, aber nicht für die Armen. Wenn du das Geld hast, kannst du investieren. Aber wir versuchen nur zu überleben", klagt eine der Händlerinnen.
Nigerias Bevölkerung wird in den kommenden 25 Jahren um 120 Millionen Menschen wachsen.
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