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Obsidian: Bethesda verspricht trotz Xbox-Umstrukturierung den Erhalt der kreativen Identität
Das Kult-Studio hinter Fallout: New Vegas wird künftig direkt von Jill Braff kontrolliert. Fans fürchten eine Degradierung zum reinen Support-Team.
Die gewaltige und noch immer anhaltende Umstrukturierung bei Xbox spült Obsidian Entertainment unter das Dach von Bethesda. Trotz dieser recht drastischen Konzern-Rochade verspricht die Präsidentin von Bethesda, dass der kultige RPG-Entwickler seine "kreative Identität" bewahren wird.
Der sogenannte "Reset" von Xbox begann Anfang des Jahres. Damals entließ der Konsolenhersteller 1.600 Mitarbeiter und trennte sich von fünf First-Party-Entwicklern. In dieser Woche folgte der nächste Streich: Die Sparte strich weitere 268 Stellen. In der Folge würfelte Microsoft zahlreiche Studios in seinen Gaming-Sparten neu durcheinander. Halo, Rare (Sea of Thieves) und World's Edge (Age of Empires) stehen ab sofort unter der Kontrolle von Activision. Obsidian Entertainment wird hingegen in Bethesda eingegliedert. Bisher unterstanden alle diese Teams direkt der Flagge der Xbox Game Studios.
Dass Obsidian und Bethesda nun eng verzahnt an Fallout arbeiten, birgt eine historische Ironie. Bethesda ist der Herr über die Marke, doch das 2010 veröffentlichte Spin-off "Fallout: New Vegas" von Obsidian gilt bei vielen Hardcore-Fans bis heute als bester 3D-Teil der Reihe.
Einige Fans befürchten nun, dass Microsoft Obsidian zu einem reinen Support-Studio degradiert – schließlich entwickelt das Team aktuell gemeinsam mit Bethesda Game Studios ein neues Fallout-Spiel. Bethesda-Präsidentin Jill Braff beruhigte die Belegschaft jedoch in einer Mitteilung.
"Die kreative Identität und die Stärken, die Obsidian so einzigartig machen, bleiben das Herzstück des Studios und seiner Arbeit", schrieb Braff in einer E-Mail an die Belegschaft, aus der Aftermath zitiert. "[CEO Feargus Urquhart] und die Führungsetage von Obsidian leiten das Studio weiterhin, wobei das Studio direkt an mich berichtet. Bethesda Game Studios behält die Federführung über die Fallout-Marke. Gemeinsam bauen die Teams auf ihrer langjährigen Beziehung und den bereits begonnenen Arbeiten an einem neuen Fallout-Projekt auf. In den kommenden Monaten werden wir dazu mehr verraten. Diese Struktur unterstützt unser gestärktes markenzentriertes Modell und sorgt gleichzeitig für klare Verantwortlichkeiten bei Studio und Franchise."
Bereits bei der ersten Massenentlassungswelle von Xbox im Sommer verlor die renommierte Rollenspiel-Schmiede Berichten zufolge rund 25 Prozent ihrer Belegschaft und musste mehrere laufende Projekte einstampfen. Das oben erwähnte "markenzentrierte Modell" dürfte der Hauptgrund dafür sein. Während das frühere Xbox-Management den internen Studios erstaunlich lange freie Hand ließ, macht die neue CEO Asha Sharma keinen Hehl aus ihren Plänen: Sie setzt voll auf die absoluten Schwergewichte des Konzerns – The Elder Scrolls, Halo, Fallout und Co. Da viele von Obsidians eigenen Titeln in dieser Konsolengeneration, darunter Avowed und The Outer Worlds 2, die Erwartungen offenbar verfehlten, kehrt das Studio nun wohl auch deshalb in das radioaktive Ödland von Fallout zurück.