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"Spiele zu günstig": Bulkhead-Chef kritisiert den Preis von GTA 6 und fordert 100 Euro
Während Branchen-Veteranen wie Tim Schafer die Gier der Publisher kritisieren, vermisst Joe Brammer bei Rockstar den Mut zu deutlich höheren Preisen.
Es ist kein Geheimnis mehr, dass in den letzten Jahren die Entwicklungskosten steigen und es immer schwieriger wird, die finanziellen Lasten von Entwicklerstudios zu tragen. Nun äußerte sich der Geschäftsführer von Bulkhead, Joe Brammer, zu höheren Preisen für Videospiele. Seiner Ansicht nach seien die Preise von Videospielen nicht ausreichend mitgewachsen, um die Entwicklungskosten decken zu können.
Gegenüber BBC News hatte sich der Double-Fine-Gründer Tim Schafer zu den Entwicklungskosten geäußert. Dort erklärte er, dass er "die wirtschaftlichen Zusammenhänge der Spieleentwicklung, um ehrlich zu sein, nicht verstehe". Er fügt hinzu: "Ich gehe einfach davon aus, dass irgendwo jemand gierig ist. Aber ich hoffe, dass es sich dabei um einen Kreislauf handelt und sich die Situation wieder erholt."
Während es vielen in der Branche schwerfällt, sich über Wasser zu halten, muss man auch andere Seiten bedenken. So erhielt etwa EA-Geschäftsführer Andrew Wilson im vergangenen Jahr für den Erfolg von Battlefield 6 einen enormen Bonus, obwohl zuvor einige Entwickler hinter dem Spiel entlassen worden waren. Dadurch scheint Schafers Theorie gar nicht so weit hergeholt zu sein.
Auf Schafers Aussagen reagierte jedoch Brammer auf X und erklärte, dass er die wirtschaftliche Situation der Branche für deutlich weniger kompliziert halte. Für ihn seien Spiele eindeutig zu günstig, während die Entwicklungskosten zu hoch seien. Zurzeit seien die Preise für Spiele immer wieder bei einem Veröffentlichungspreis von etwa 70 Dollar geblieben, während einige Titel wie etwa Mario Kart World oder auch Grand Theft Auto 6 schon für 80 Dollar starten.
Dabei sieht Brammer gerade bei Grand Theft Auto 6 eine vertane Chance, die Rockstar hätte nutzen können, um die Preise viel stärker steigen zu lassen, was das Unternehmen jedoch nicht getan habe.
Er fügt hinzu: "Tun wir nicht so, als wüssten wir nicht, warum das so ist. Leute wie Tim sollten aufstehen und sagen: 'Spiele müssen teurer werden', anstatt so zu tun, als wüssten wir es nicht."
Höhere Preise könnten zwar die steigenden Entwicklungskosten auffangen, jedoch müsste auch die Kundschaft mitziehen und zahlen, damit das Prinzip aufgeht. Ob Spieler jedoch bereit wären, für Spiele künftig bis zu 100 Euro zu zahlen, bleibt fraglich. Gerade bei weiter steigenden Preisen könnten Käufer genauer abwägen, für welche Titel sie tatsächlich mehr Geld ausgeben möchten. Damit bleibt die Frage offen, wie weit die Preise für Titel noch ansteigen können, ohne dass dabei die Verkaufszahlen gefährdet werden.