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Besuch auf der Innotrans: Die Zukunft der Mobilität – wenn die Bahn es hinkriegt
Die Berliner Innotrans wird 30. Ein Besuch auf der weltgrößten Messe für Schienenverkehrstechnik zeigt: Es gibt viel Optimismus, aber auch Angst vor Bremsern.
Innotrans 2026: Größte Eisenbahnmesse der Welt – nicht nur für Pufferküsser.
Schon auf dem Weg zur Innotrans 2026 wird man mit den kleinen Schwierigkeiten schlecht gewarteter deutscher Infrastruktur konfrontiert. Möchte man vom S-Bahnhof Messe Nord zum Haupteingang des Messegeländes gelangen, muss man durch eine einst stolze, modernistisch anmutende Unterführung in knalligem Orange, gebaut vor über 50 Jahren. Keine einzige der zahlreichen Rolltreppen funktioniert, mehrere sind sogar bereits abgebaut und es klaffen tiefe Löcher, in denen sich der Müll sammelt.
Das macht bei Besuchern aus dem Ausland sicher keinen guten Eindruck, die sich dann vermutlich auch nicht mehr wundern, wenn auch auf dem Messegelände selbst die Infrastruktur teilweise bröckelt oder der Rasen nicht gemäht ist. "Arm, aber sexy" ist das leider schon länger nicht mehr.
Doch sei’s drum mit den kleinen Berliner Nickeligkeiten, die ja irgendwie auch zum Lokalkolorit gehören, selbst wenn pünktlich zur großen Verkehrsschau in einem anderen Teil der Stadt die U-Bahn ausgefallen ist. Es ist in diesem Jahr schließlich die 30. Innotrans überhaupt. Und damit ein Grund zur Freude, denn keine Eisenbahnausstellung auf dem Planeten ist größer. Selbst wenn die Schienen-Schau im kommenden Jahr, wie es die Messe Berlin stolz angekündigt hat, einen Ableger in Asien erhalten wird, genauer: im September 2027 in Singapur.
Die Berliner Originalmesse für Bahn- und Verkehrstechnik ist auch dieses Mal prima besucht. Die Veranstalter haben ein weltweites Aussteller- und Fachpublikum angelockt, viele Bus- und Bahnnerds obendrein, und es gibt neben viel Hardcore-Infrastrukturtechnik auch und vor allem neue Züge zu bestaunen. Das Berliner Messegelände hat für Bahnausstellungen nämlich einen entscheidenden Vorteil für eine der Innotrans entgegenkommende Spezialverwendung: Die Anlage verfügt über einen sehr komfortablen Bahnanschluss mit ausreichend großem Gleisfeld, von dem die Aussteller alle zwei Jahre reichlich Gebrauch machen. 3500 laufende Gleismeter gibt es hier, und sie sind auch im Jahr 2026 nahezu voll belegt.
In den Hallen und auf den Gängen ist zu spüren, dass die Deutsche Bahn AG gerade kräftig investiert, eine Korridorsanierung der nächsten folgt. Da mögen die Projekte zwar länger dauern als erhofft, und das moderne Zugbeeinflussungssystem ECTS nicht einmal auf der wichtigen Strecke zwischen Hamburg und Berlin finalisiert worden sein, aber Krise ist hier definitiv nicht.
Allerdings hört man auch unter der Hand die Angst davor, dass die Bahn es trotz neuer Chefin nicht hinbekommen könnte und in der allgemeinen Krise stecken bleibt, die gefühlt seit Jahrzehnten für Frust sorgt. In einer Innotrans-Halle, die quasi nur aus Herstellern von Bahnkabeltechnik, Schaltkästen und ihren Absicherungen besteht, freut sich ein Mitarbeiter gar, dass sein Unternehmen gerade nicht vom Sondervermögen-Generalbau-Hype profitiert: Es sei ihm lieber, im regulären Wartungstakt neue Strippen durch Züge zu ziehen: das sei sicherer, lächelt er.
Bevor die Innotrans nach Asien kommt, kommt Asien zur Innotrans. Die Volksrepublik China ist einmal mehr gut vertreten – und zwar in den unterschiedlichsten Dimensionen. Kleinere Firmen für Bauteile, besagte Verkabelungen oder Infrastrukturelemente treffen auf Riesen wie den Telekommunikationskonzern Huawei. Der Bahngigant CRRC (China Railway Rolling Stock Corporation), der längst in Europa (etwa bei der Westbahn in Österreich) interessierte Kunden findet, hat einen gigantischen Stand und nutzt das Innotrans-Außengelände, um den futuristischen autonomen Metrozug Vellink mit kreisrundem Glaskopf zu präsentieren.
Als wir noch mitten in den Öffnungszeiten der Messe vorbeisehen, war das Prototypgefährt allerdings schon dicht, es wurde von Problemen mit der Klimaanlage gemunkelt. Von außen ist es abe