// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Ägäis: Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei nehmen zu
Griechenland und die Türkei beschuldigen sich gegenseitig, für zunehmende Spannungen zwischen beiden Ländern verantwortlich zu sein. Es geht um Hoheitsgewässer, Besitzansprüche und Einfluss im Mittelmeerraum.
Es ist ein sich aufschaukelndes Hin und Her: Da beschwert sich Griechenland über türkische Luftraumverletzungen, über aus seiner Sicht illegale türkische Meeresnationalparks, über türkische Truppenverlegungen an die Küste.
Auf der anderen Seite ist da ein türkischer Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der Griechenland aufruft, die "Militarisierung" seiner Inseln zu beenden. Und sein Außenminister Hakan Fidan, der deswegen von einer Sicherheitsbedrohung für die Türkei spricht.
Jeder Angriff auf eines der Länder soll demnach nun als Angriff auf alle drei Bündnispartner gelten.
mehr
Meri Bossi ist emeritierte Professorin für Internationale Sicherheit an der Universität Piräus. Sie warnt vor einer neuen Ära: "Wir sehen eine zunehmende Eskalation und eine bedrohliche Rhetorik seitens der Türkei und seitens Griechenlands. All das, und natürlich das unsichere regionale und internationale Umfeld, trägt dazu bei, dass diese Spannungen vielleicht einen extremeren Punkt erreichen könnten."
Die griechische Regierung setzt jetzt auf Abschreckung. Das Prinzip: Wer Frieden will, bereite sich besser auf Krieg vor. Ende August hat Griechenland mit Israel einen milliardenschweren Rüstungsvertrag abgeschlossen. Name: Schild des Achilles. Griechenland erhält ein umfassendes Luftverteidigungssystem - und investiert zugleich in seine eigene Rüstungsindustrie.
Griechenland will massiv in die Rüstung investieren und plant auch einen Schutzschild gegen Drohnen und Raketen.
mehr
Aus Sicht des griechischen Analysten und Journalisten John Psaropoulos geht es dabei nur um Selbstverteidigung: "Aus griechischer Sicht ist die Destabilisierung in der Region rund um die Ukraine und nun auch am Golf und am Roten Meer eine schlechte Nachricht für die Eindämmung dieses Konflikts mit der Türkei." Durch diese Konflikte sei "eine Atmosphäre der Gesetzlosigkeit" entstanden, "in der Krieg normalisiert wurde".
Der Journalist Psaropoulos beklagt, der Konflikt mit der Türkei bekomme in Europa und in Deutschland nur geringe Aufmerksamkeit. Doch je länger man Konflikte ungelöst lasse, desto größer die Wahrscheinlichkeit, langfristig ernsthafte Probleme zu bekommen. "Griechenland betrachtet die Türkei als ein potenzielles Russland. Die Bedrohungswahrnehmung, die Europa jetzt von Russland hat, die hat Griechenland seit Längerem gegenüber der Türkei", sagt er.
Die AKP feiert 25 Jahre Bestehen mit großem Selbstlob.
mehr