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KI-Marketing gescheitert: Selbst Microsoft begräbt den Copilot+ PC
Mit den Copilot+ PCs wollte Microsoft im Frühjahr und Sommer 2024 gemeinsam mit Qualcomm und der Snapdragon-Plattform eine neue Generation an KI-PCs etablieren. Einen Hype entfachen konnte man nie, vielmehr war das Gegenteil der Fall. Nun verschwindet das Label, berichtet Windows Central.
Selbst die neuen Surface-Modelle mit Snapdragon X2, die Microsoft in dieser Woche auf dem Snapdragon Summit vorstellte, werden nicht als Copilot+ PCs bezeichnet. „Sie erfüllen alle Anforderungen, die wir bisher an Copilot+-Geräte gestellt haben“, sagte der für Surface zuständige Corporate Vice President Brett Ostrum gegenüber Windows Central. Man setze weiterhin auf KI und bringe Geräte auf den Markt, die lokal die KI-Apps berechnen können. Das Label will Microsoft aber nicht mehr nutzen.
Ähnlich äußerte sich Qualcomms Senior Vice President Kedar Kondap. Copilot+ PCs definierten seiner Aussage nach Geräte, die eine NPU mit 45 TOPS hatten. Diese Leistung wäre für bestimmte KI-Erfahrungen nötig gewesen. Die biete man immer noch, nur ohne den Copilot+-PC-Begriff.
Microsoft vollzieht damit etwas, was sich ohnehin abzeichnete: Copilot+ ist als Marketing-Konzept gescheitert. Hype erreichten die neuen Geräte ohnehin nie. Vermeintliche Premium-Funktionen wie Recall standen von Anfang an massiv in der Kritik, viele weitere KI-Neuerungen empfanden Nutzer schlicht als überflüssigen Ballast.
Hardware-Elemente wie eine NPU kurbelten auch keine Verkäufe ein, räumte Dell-Produktchef Kevin Terwilliger bereits zur CES 2026 im Januar ein. „Tatsächlich denke ich, dass KI sie eher verwirrt anstelle ihnen zu helfen, ein bestimmtes Ergebnis zu verstehen“, sagte er damals. KI als Abschreckung.
Die Erkenntnis scheint sich auch andernorts durchgesetzt zu haben. Nvidia verzichtet etwa bei den Spark-Modellen auf das Copilot+-Label, obwohl die Systeme die Voraussetzungen erfüllen.
Das gilt aber nur für das Marketing. Was sich aber nicht ändert, sind die verbauten NPUs. Bei Intels Panther Lake haben beispielsweise alle Modelle eine NPU mit mindestens 46 TOPS, de facto sind also alle aktuellen Systeme rein von der Leistungsfähigkeit her Copilot+ PCs.
PC-Hersteller profitierten also nicht von den Copilot+ PCs. Und dasselbe gilt für Microsoft. Unter den KI-Neuerungen litt der Ruf des ohnehin unbeliebten Windows 11 noch weiter. Das ging so weit, dass Microsoft Anfang des Jahres eine Kurskorrektur ankündigen musste. Seitdem arbeitet der Konzern an der Runderneuerung des Betriebssystems.
KI-Funktionen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Ein Verlust ist es nicht. Selbst wenn man den KI-Neuerungen im Copilot+ PC eine Chance geben wollte, war das Fazit ernüchternd. Die Erkenntnis aus dem Langzeittest von ComputerBase: Zu oft waren die exklusiven Funktionen wie Recall, Cocreator oder Click to do unausgereift, nutzlos oder beides.