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ModRetro M64: Community Firmware erweitert Konsole um 4K, WLAN und mehr
Noch bevor ModRetro die Firmware des M64 offiziell als Open Source freigibt, kommt die Community dem Hersteller zuvor: Mit OM64 steht bereits eine eigenständige Alternative bereit. Sie bringt 4K, VRR, WLAN, Bluetooth sowie Game-Boy- und SNES-Cores mit. Der für die Konsole entscheidende N64-Core fehlt noch, soll aber folgen.
Schon bei der Ankündigung des M64 hatte ModRetro versprochen, die Hardware langfristig vollständig als Open Source zugänglich zu machen und Besitzern damit Veränderungen an der Konsole sowie eigene Entwicklungen zu ermöglichen. Einen ersten Schritt in diese Richtung machte der Hersteller Mitte August, als technische Details der Retro-Konsole als Open-Source-Inhalte veröffentlicht wurden. Noch bevor die eigentliche Firmware offengelegt wurde, nutzte u/fulviov die öffentlich verfügbaren Hardwareinformationen nun als Grundlage für eine eigene Umsetzung. Der Entwickler ist vor allem für seine Portierungen offener MiSTer-FPGA-Cores auf den ModRetro M64 bekannt. Als Grund gibt u/fulviov eine Unzufriedenheit mit der Bildqualität an, wobei der Entwickler die CRT-Filter noch einmal hervorhebt – diese sollen eine deutlich schlechtere Qualität als die in MiSTer besitzer. Dabei handelt es sich um eine quelloffene Initiative, die mithilfe von modernen, programmierbaren Mikrochips (FPGAs) die Hardware klassischer Spielkonsolen, Heimcomputer und Arcade-Automaten exakt und ohne Verzögerung auf Schaltkreisebene nachbildet.
OM64 soll dabei nicht lediglich einzelne Funktionen der Original-Firmware ergänzen, sondern diese vollständig ersetzen. Gleichzeitig beschränkt sich das Projekt nicht darauf, den bestehenden Funktionsumfang nachzubilden, sondern erweitert die Möglichkeiten des M64 an zahlreichen Stellen. Bis zu einer regulären Veröffentlichung ist allerdings noch Entwicklungsarbeit erforderlich: Derzeit befindet sich OM64 in einem experimentellen Stadium, eine stabile Version gibt es bislang nicht.
Trotz des frühen Entwicklungsstands kann OM64 bereits mit einem umfangreichen Funktionspaket aufwarten. Dazu zählt ein funktionsfähiger grafischer Loader mit Unterstützung für Skins und Themes. Dieser wurde als separater Core umgesetzt, sodass möglichst viele Ressourcen des FPGA für die eigentliche Emulation beziehungsweise die jeweiligen System-Cores zur Verfügung stehen sollen. Deutlich umfangreicher als beim Original fallen zudem die Möglichkeiten bei der Bildausgabe aus. OM64 unterstützt 720p, 1080p und 4K und stellt drei unterschiedliche Rendering-Modi bereit: „Buffered“ für eine gepufferte Ausgabe, „Low Latency“ zur Verringerung der Verzögerung sowie VRR für eine variable Bildwiederholrate. Die Video-Ausgabe lässt sich damit bereits umfassend an unterschiedliche Anforderungen anpassen.
Auch Netzwerk- und Controller-Funktionen hat der Entwickler bereits umgesetzt. Firmware-Updates können über WLAN drahtlos eingespielt und Bluetooth-Gamepads mit der Konsole gekoppelt werden. Für Tests und zur Validierung der Firmware stehen zudem bereits funktionsfähige Cores für Game Boy und Super Nintendo bereit. Noch fehlt allerdings ausgerechnet das Herzstück für den M64: Der Nintendo-64-Core ist bislang nicht integriert, wird vom Entwickler jedoch als „bald fertig“ angekündigt. Nach dessen Integration soll OM64 offiziell als stabile Version veröffentlicht werden, ebenfalls Open Source.
Für die Wiederherstellung verwendet OM64 nach seinen Angaben denselben Recovery-Mechanismus, den auch die offizielle ModRetro-Webseite zur Wiederherstellung der Konsole nutzt. Dadurch sollte sich sowohl OM64 installieren als auch anschließend wieder zur Original-Firmware zurückkehren lassen. Eine Garantie übernimmt der Entwickler allerdings nicht und betont ausdrücklich, dass die Nutzung der experimentellen Firmware auf eigenes Risiko erfolgt.
Eine Besonderheit des Projekts liegt auch in seiner Entstehung. u/fulviov gibt offen an, für die Entwicklung auf KI-Programmierwerkzeuge zurückgegriffen zu haben und nennt dabei konkret Codex und Claude. Ihr