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Missing Link: Vom Herzbefund zur Behandlung – was Algorithmen nicht leisten
Algorithmen erkennen Herzprobleme, über Wearables und Co. auch aus der Ferne. Doch wer prüft die Hinweise und sorgt dafür, dass Patienten behandelt werden?
Ein auffälliges EKG ist noch keine Behandlung. Im Programm der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ging es auf der Fachkonferenz „Herztage 2026“ häufig um KI in der Diagnostik, vor allem bei der Bildgebung und bei Herzrhythmusstörungen. Algorithmen sollen Auffälligkeiten erkennen, Befunde auswerten und Ärztinnen und Ärzte entlasten. Aber wer sieht sich die Ergebnisse an? Wer entscheidet, was zu tun ist? Und wer bemerkt einen behandlungsbedürftigen Befund, wenn das System keine Meldung ausgibt?
Prof. Raphael Twerenbold vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklärte, dass durch verschiedenste Wearables vermehrt Vorhofflimmern erkannt werde. Allerdings führe die erhöhte Aufmerksamkeit offenbar noch nicht zu einer Reduktion der Schlaganfälle. Was fehlt also auf dem Weg von der Detektion des Vorhofflimmerns zur Diagnose und Behandlung?
Vorhofflimmern wird mittels Elektrokardiogramm (EKG) diagnostiziert. Wenn Prof. Gerhard Hindricks vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) ein solches nicht versteht, schickt er es durch eine KI und „bekommt fast immer eine gute Antwort.“ Er vermutet, dass auch seine Kollegen das bereits nutzen, denn früher bekam er wöchentlich EKGs zugeschickt, die blieben nun aus. „KI kann im Bereich Rhythmusstörungen schon sehr viel leisten.“
Es geht Hindricks auch darum, ressourcenschonend zu handeln. Neben der Unterstützung bei komplizierten EKGs ist Ambient Listening ein weiteres wichtiges Element für ihn. „Nichts hat meinen Arbeitsalltag so entlastet und so erleichtert wie Ambient Listening.“
Im DHZC gebe es bereits datensichere Räume, sodass Arztbriefe nicht mehr selbst geschrieben werden müssen. Allerdings werde dieser vorgelesen, während der Patient noch vor Ort sei, um zu prüfen, ob alles korrekt ist. Wie wichtig diese Prüfung ist, erklärte Prof. Benjamin Meder, Koordinator von Informatics for Life in Heidelberg, mit Verweis auf NHS-Patienten in England: Patienten entdeckten in KI-erstellten Gesprächszusammenfassungen falsche Diagnosen und verwechselte Medikamentennamen, die dem medizinischen Personal entgangen waren.
Kritik an Hindricks Vortrag kam von Prof. Volker Kühlkamp. Der Vortrag sage nur, mit KI werde alles besser, ohne zu konkretisieren oder Daten zu zeigen. Hindricks entgegnete, der Versorgungspfad sei derzeit unterbrochen und präsentierte eine KI-gestützte Versorgungskette. Kühlkamp sieht die Lösung dafür nicht in KI, sondern in veränderten Strukturen. Denn eine schnellere Entlassung nach einer Behandlung und optimierte Berichte würde noch keine Nachsorge durch eine andere Praxis gewährleisten.
Schon die Informationen für diese Nachsorge kommen nicht immer dort an, wo sie gebraucht werden. Auf den Herztagen sagte der Kardiologe Benny Levenson, auch aus großen Kliniken kämen keine Einträge in der elektronischen Patientenakte (ePA) an. Er kritisierte außerdem den Wegfall der gesetzlichen Vorgabe für eine zusätzliche Vergütung zur Befüllung der ePA. „Es wird dann keiner mehr etwas in die ePA eintragen“, prognostizierte er. Max Tschochohei fragte wiederum, warum weiterhin an Arztbriefen festgehalten werde: Als Beispiel nannte er eine Patientin mit elf Arzt- und Befundbriefen, zusammen mindestens 40 Seiten Text. Strukturierte Daten seien hilfreicher. Aber auch ein besser aufbereiteter Befund stellt noch nicht sicher, dass eine Praxis die Weiterbehandlung übernimmt.
Wie die Zuständigkeiten geregelt werden können, zeigt das Telemonitoring bei Herzinsuffizienz: Messwerte gehen an ein Telemedizinzentrum, werden dort fachlich bewertet und bei Bedarf an die behandelnde Praxis weitergegeben. Diese muss Eingang und Kenntnisnahme innerhalb von 48 Stunden bestätigen und über gegebenenfalls veranlasste Maßnahmen informieren.
Prof. Friedrich Köhler, Leiter des Arbeitsbereichs Kardiovaskuläre Telemedizin am DHZC, stellte weitere Erg