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„Existenzielle Bedrohung“: ESO warnt vor Satellitenplänen von SpaceX & Co.
SpaceX will eine Million Satelliten ins All schießen, ein US-Start-up riesige Spiegel. Nun folgt eine weitere dramatische Warnung vor den Konsequenzen.
Satelliten während einer Stunde über der Atacamawüste in Chile, im Zentrum die Kuppel des Extremely Large Telescope
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Aktuelle Pläne für die Platzierung von mehr als 1,7 Millionen Satelliten in die Erdumlaufbahn stellen für die optische Astronomie eine „existenzielle Bedrohung“ dar, in Großstädten könnten deren künstliche Leuchtpunkte künftig die einzigen sichtbaren Objekte am Nachthimmel sein. Davor warnt die Europäische Südsternwarte ESO auf Basis einer neuen Studie, deren Ergebnisse in eine Stellungnahme bei der US-Kommunikationsaufsicht FCC einfließen sollen. Die Forschungseinrichtung bezieht sich namentlich unter anderem auf die gigantischen Pläne von SpaceX für allein eine Million neuer Satelliten und Reflect Orbital für zwar viel weniger, aber dafür deutlich hellere Satelliten.
In der Zusammenfassung erinnert die ESO daran, dass die Zahl der aktiven Satelliten im Erdorbit seit 2019 auf über 14.000 angestiegen ist, mehr als zwei Drittel davon entfallen auf das Satelliteninternet Starlink von SpaceX. Hinzu kommen fast 20.000 inaktive Satelliten und Weltraumschrott. Die Folgen für die Astronomie lassen sich bereits darstellen, mehrere Zeitraffer zeigen die zahllosen Lichtstreifen über den Observatorien der ESO in Chile. Die seien aber nicht einmal ansatzweise mit dem vergleichbar, was wir beim nächtlichen Blick nach oben zu sehen bekommen würden, sollten die aktuellen Pläne für weitere Megakonstellationen genehmigt und realisiert werden.
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Während die Helligkeit am Nachthimmel bei den Satelliten von SpaceX & Co. gewissermaßen nur ein Nebenprodukt ist, ist sie Kernpunkt der Pläne von Reflect Orbital. Das Start-up will riesige Spiegel ins All schießen, die nachts Sonnenlicht auf die Erdoberfläche reflektieren, damit Solaranlagen länger Strom generieren können. Obwohl es schon berechtigte Zweifel daran gibt, wie realistisch die Versprechungen der Firma dafür sind, soll noch in diesem Jahr ein Prototyp gestartet werden. Stünde man direkt in einem solchen Lichtkegel – der aber nur auf Solarfarmen gerichtet werden soll – würde solch ein Satellit viermal heller erscheinen als der Vollmond, schreibt die ESO. Das dürfte zugleich Kritik befeuern, dass solch ein Satellit für die Solaranlagen nicht genug Licht liefert.
Auch wenn man nicht in einem solchen Lichtkegel steht, wäre jeder einzelne dieser Satelliten am Nachthimmel heller als der „Morgenstern“ Venus. Zugleich will Reflect Orbital die eigene Flotte demnach schon bis 2035 auf 50.000 solcher Satelliten ausbauen. Aus der Innenstadt von München würde man nach der Realisierung nur noch Hunderte dieser Satelliten sehen, keine echten Sterne mehr. Fürs reine Sternengucken wären die anderen geplanten Satelliten nicht ganz so problematisch, aber für die Astronomie wären die Folgen verheerend. Beim Very Large Telescope (VLT) der ESO beispielsweise würde der errechnete Verlust für zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit einer Verringerung des nutzbaren Sichtfelds um 28 Prozent entsprechen.
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