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E.ON und Tank & Rast bauen Megawatt-Ladenetz für E-Lkw an Autobahnen
195 Ladepunkte an 24 Autobahnstandorten, darunter 101 Megawatt-Ladepunkte für schwere E-Lkw, wollen E.ON und Tank & Rast errichten.
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E.ON und die Tank & Rast Gruppe haben den Zuschlag für den Aufbau eines Hochleistungs-Ladenetzes für schwere elektrische Nutzfahrzeuge entlang deutscher Bundesautobahnen erhalten. Im Rahmen der Deutschlandnetz-Ausschreibung des Bundes sollen an 24 Standorten insgesamt 195 Ladepunkte entstehen, die beide Partner jeweils zur Hälfte verantworten.
Tank & Rast teilt mit, dass 101 Ladepunkte mit dem Megawatt Charging System (MCS) den Kern der Infrastruktur bilden sollen. MCS ist ein neuer Hochleistungsstandard für Ladeleistungen von bis zu rund 1000 Kilowatt bei Strömen bis 1500 Ampere. Damit lassen sich die Batterien großer Lkw innerhalb der gesetzlichen 45-Minuten-Pause für den Fahrer weitgehend füllen. Es handelt sich um eine der ersten großskaligen Anwendungen dieser Technologie im öffentlichen Raum.
Ergänzend sollen 32 CCS-Ladepunkte mit 400 Kilowatt für kürzere Zwischenladungen sowie 62 CCS-Ladepunkte mit 150 Kilowatt für längere Standzeiten und Übernachtladen errichtet werden. Das Combined Charging System (CCS) ist der etablierte europäische Schnellladestandard, den bereits viele E-Lkw nutzen. Zum Projektumfang gehören darüber hinaus Netzanschlüsse, Trafostationen, IT-Anbindung und Reservierungssysteme.
E.ON bringt Erfahrung bei Planung, Aufbau und Betrieb von Schnellladeinfrastruktur ein, Tank & Rast die Integration in bestehende Verkehrs- und Rastinfrastruktur. „Die Elektrifizierung des Pkw hat gezeigt: Ist die Infrastruktur da, folgt der Markt. Beim E-Lkw bauen wir genau diese Grundlage“, sagt Timo Sillober, bei E.ON-Drive verantwortlich für den Bereich Infrastruktur. Ab 2027 solle das Lkw-Ladenetzwerk um zentrale Autobahnachsen in Deutschland erweitert werden.
Das Projekt ist Teil des vom Bundesverkehrsministerium initiierten Deutschlandnetzes, das ein flächendeckendes Schnellladenetz mit rund 1000 Standorten und fast 9000 Ladepunkten vorsieht. Für das Lkw-Schnellladenetz hat die EU-Kommission Fördermittel von bis zu 1,6 Milliarden Euro genehmigt. Insgesamt sollen an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen bis zu 725 CCS- und bis zu 685 MCS-Ladepunkte entstehen. Die Autobahn GmbH des Bundes setzt den Ausbau gemeinsam mit mehr als 90 Verteilnetzbetreibern um.
Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur kalkuliert langfristig mit einem Bedarf von 354 Standorten auf Rastanlagen und rund 4200 Lkw-Ladepunkten. Größere Lade-Zentren (“Hubs“) dürften Netzanschlussleistungen von etwa 25 Megawatt benötigen. Das ist eine erhebliche Herausforderung für die Strominfrastruktur, die dafür zusätzliche Mittelspannungsanschlüsse, Trafostationen und gegebenenfalls Pufferspeicher benötigt.
Tank-&-Rast-Chef Peter Markus Löw betonte, dass die bestehenden Autohöfe bereits ein wichtiger Baustein seien: „Mit E.ON ergänzen wir diese Infrastruktur nun um Ladepunkte an weiteren geeigneten Park- und Pausenstandorten im Autobahnnetz.“ Derzeit gibt es laut NOW („Nationale Organisation für den Wandel in der Mobilität“) erst 64 öffentlich zugängliche Lkw-Ladestandorte in Deutschland, von Flächendeckung sei man weit entfernt. Die bundeseigene NOW soll Projekte im Bereich klimafreundlicher Mobilität und nachhaltiger Energieversorgung voranbringen helfen.
E.ON und Tank & Rast sind nicht die einzigen Akteure: Auch Aral pulse baut Megawatt-Ladeparks an Autobahnen und kombiniert dabei MCS- und CCS-Ladebuchten. Die erste öffentliche MCS-Ladestation für E-Lkw in Deutschland ging 2025 an der Raststätte Lipperland Süd an der A2 in Betrieb. Für Speditionen und Flottenbetreiber ist die Infrastruktur entscheidend: Megawattladen soll Ladeprozesse in bestehende Fahr- und Pausenzeiten integrieren und damit elektrische Langstreckenlogistik erstmals praxistauglich machen. Rechtsgrundlage für das