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openSUSE Leap 16.1 RC erhält Immutable-Modus
openSUSE Leap 16.1 hat die Release-Candidate-Phase erreicht. Während dieser Phase will das Projekt ungefähr einen neuen Build pro Woche veröffentlichen. Besonders zum Testen aufgerufen sind dieses Mal Anwender, die den neuen Immutable-Modus ausprobieren möchten. Er gehört zu den wichtigsten Änderungen der kommenden Version und soll openSUSE Leap Micro ablösen.
Leap 16.1 ist die erste Ausgabe der Distribution, die sich direkt als unveränderliches System installieren lässt. In diesem Modus wird das Root-Dateisystem schreibgeschützt eingebunden, Aktualisierungen erfolgen transaktional. Das zugrunde liegende Konzept kennen openSUSE-Anwender bereits von Leap Micro. Nun wird es direkt Bestandteil der regulären Leap-Installation.
Die Auswahl erfolgt während der Installation über den neuen Agama-Installer. Der Immutable-Modus lässt sich über das normale Installationsmedium von Leap 16.1 auswählen. Da diese Möglichkeit erst vergleichsweise spät in Agama integriert wurde, bittet das openSUSE-Projekt ausdrücklich um Tests und Fehlerberichte.
Aktualisierungen laufen anschließend über transactional-update. Dabei wird für jedes Update ein neuer Snapshot des Systems angelegt. Erst nach einem Neustart arbeitet das System mit dem aktualisierten Snapshot. Sollte dabei etwas schiefgehen, lässt sich auf einen vorherigen Zustand zurückrollen. Das eigentliche Basissystem bleibt dadurch weitgehend unverändert.
Zusätzliche Anwendungen sollen auf solchen Installationen bevorzugt über Container mit Podman oder Distrobox beziehungsweise auf Desktop-Systemen über Flatpak installiert werden. Klassische RPM-Pakete lassen sich aber weiterhin hinzufügen, etwa mit dem Befehltransactional-update pkg install.
Mit dem Immutable-Modus konsolidiert openSUSE gleichzeitig sein Angebot. Eine eigenständige Ausgabe von Leap Micro 6.3 oder 7.0 wird es nicht geben. Für Container- und VM-Hosts, Edge-Systeme sowie andere Einsatzzwecke, bei denen atomare Aktualisierungen und Rollbacks gefragt sind, soll künftig Leap im Immutable-Modus verwendet werden.
Die von Leap Micro bekannten fertigen Images bleiben allerdings erhalten. openSUSE bietet weiterhin vorkonfigurierte Appliances unter anderem für KVM/Xen, Microsoft Hyper-V, VMware, Harvester und Cloud-Umgebungen sowie ein vollständig verschlüsseltes Raw-Disk-Image an. Auch Ignition und Combustion können weiterhin für die Konfiguration beim ersten Start eingesetzt werden.
Bestehende Installationen von Leap Micro 6.2 sollen sich mit dem opensuse-migration-tool auf Leap 16.1 im Immutable-Modus umstellen lassen. Das Werkzeug gilt derzeit allerdings noch als experimentell. Das Projekt empfiehlt daher ausdrücklich ein Backup vor der Migration.
Abseits des Immutable-Modus fallen die Änderungen gegenüber Leap 16.0 vergleichsweise konservativ aus. GNOME bleibt bei Version 48 und erhält in Leap 16.1 vorwiegend Fehlerkorrekturen. KDE Plasma macht dagegen einen größeren Sprung von Plasma 6.4 auf 6.6. Hinzu kommen Qt 6.11 und KDE Frameworks 6.25. LXQt steigt von 2.2 auf 2.4, Xfce verbleibt bei Version 4.20. Auch zahlreiche Server- und Entwicklungswerkzeuge werden aktualisiert. Dazu zählen unter anderem QEMU 11, Podman 5.8, PHP 8.5, MariaDB 12.3, Samba 4.23 und LLVM 21.
openSUSE will Leap 16.1 gemeinsam mit SUSE Linux Enterprise Server 16.1 veröffentlichen. Damit soll vermieden werden, dass zwischen der Veröffentlichung von Leap und dem Beginn der regulären Wartungsupdates eine Lücke entsteht. Bis dahin sollen die wöchentlichen RC-Builds vorrangig dazu dienen, verbliebene Fehler aufzuspüren.