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Diablo 4 in der Kritik: Path-of-Exile-Macher findet Blizzards Kurs problematisch
Path-of-Exile-Macher Chris Wilson kritisiert Blizzards Umgang mit Diablo 4, den Prime Evils und Deckard Cain scharf. Gleichzeitig sieht er in den ersten Details zu Diablo 5 durchaus Anlass für vorsichtigen Optimismus.
Während Blizzard bereits die Zukunft des Action-RPGs Diablo 5 vorbereitet, sieht Chris Wilson, einer der prägenden Köpfe hinter Path of Exile, die Entwicklung von Diablo 4 kritisch. Seiner Ansicht nach sendet Blizzard mit dem frühen Ende der Erweiterungspläne ein problematisches Signal an Spieler und Fans der Reihe.
In einem kürzlich veröffentlichten YouTube-Video kommentiert Wilson die Strategie des Entwicklers und spricht davon, dass es wirke, als würde Blizzard Diablo 4 aufgeben. Besonders negativ stößt ihm auf, dass nach aktuellem Stand keine weiteren großen Erweiterungen für das Spiel geplant sind. Stattdessen soll offenbar ein kleineres Team weiterhin neue Inhalte veröffentlichen.
Auch das angekündigte 30. Jubiläums-Event Season of Hell's Legacy überzeugt Wilson nicht. Er bezeichnet die Veranstaltung als „ziemlich geschmacklos“ und kritisiert vor allem den Umgang mit der Geschichte des Diablo-Universums. Seiner Meinung nach sollten Entwickler die zentralen Geschichten und Gegenspieler einer Serie ernst nehmen: „Ich bin der Meinung, dass Spiele ihre zentralen Handlungsstränge ernst nehmen und ihre Antagonisten mit dem Respekt behandeln sollten, den sie verdienen.“
Besonders kritisch sieht Wilson den Umgang mit den drei Prime Evils. Diablo 4 habe die Rückkehr der großen Antagonisten über längere Zeit vorbereitet. Dass sie nun gemeinsam in einem vom Hauptplot losgelösten Jubiläums-Event auftauchen, nimmt dieser Entwicklung für ihn die Bedeutung. „In Diablo 4 wurde die Spannung langsam aufgebaut, bis man schließlich gegen die Prime Evils kämpfen konnte,“ erklärt Wilson.
Auch die Rückkehr von Deckard Cain sieht Wilson problematisch. Die Figur wurde in Diablo 3 innerhalb der offiziellen Handlung getötet. Dass Cain nun erneut auftaucht, erwecke bei Wilson den Eindruck, dass Kausalität und Story Events nicht mehr das nötige Gewicht hätten.
Besonders irritiert ihn zudem Blizzards Bezeichnung Diablos als „das Geburtstagskind“. Für Wilson passt ein solcher Spitzname nicht zu einer Figur, die seit Jahren als zentraler Antagonist der Reihe aufgebaut wird: „Wenn deine Spielereihe Diablo heißt und du Milliarden Dollar mit Spielen verdient hast, die den Spielern die Fantasie vermitteln, darauf hinzuarbeiten, Diablo, den Herrn des Schreckens, zu konfrontieren und zu besiegen, dann solltest du ihm höchsten Respekt entgegenbringen.“
Trotz seiner Kritik blickt Wilson vorsichtig optimistisch auf Diablo 5. Besonders die Rückkehr zu dynamischeren Welten und prozeduralen Dungeons gefällt ihm. Auch die düstere Ausrichtung des Spiels, das laut Blizzard auf klassische Städte und sichere Zonen verzichten soll, findet bei ihm Anklang. Selbst die Wahl der Schriftart für das Logo konnte ihn überzeugen. Entsprechend bleibt Wilson trotz seiner Kritik an Diablo 4 vorsichtig hoffnungsvoll, dass Blizzard bei Diablo 5 den eingeschlagenen Kurs beibehält.