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Marktbericht: Künstliche Intelligenz bleibt Stütze
Angesichts der ungeklärten Lage am Persischen Golf zeigt sich der Deutsche Aktienindex robust. Die Vorgaben aus den USA sind schwach. Doch das Thema KI sorgt weiter für Rückenwind.
Der Deutsche Aktienindex (DAX) dürfte heute positiv in den Handel starten. Eine erste Indikation sieht das Börsenbarometer 0,6 Prozent höher bei 25.546 Punkten.
Am Dienstag war der deutsche Leitindex mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent bei 25.399 Punkten aus dem Handel gegangen. Experten meinen, der DAX zeige sich trotz der ungeklärten Lage am Persischen Golf robust. "Am deutschen Aktienmarkt dominiert aktuell das Prinzip Hoffnung", sagt Timo Emden, Chefmarktanalyst von CapTrader.
Die Verhandlungen mit den USA über die Straße von Hormus gehen nach Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi weiter. In dem festgefahrenen Konflikt versuche aktuell der Golfstaat Katar, eine Lösung zu finden, sagte der iranische Außenminister Agenturen zufolge in New York.
Die Öllieferungen durch die umkämpfte Straße von Hormus sollen zwar zunehmen, immer wieder gibt es aber auch Berichte über den Beschuss von Schiffen. Timo Emden von CapTrader warnt: "Auch wenn die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den Kriegsparteien einen kompletten Stimmungsabbruch angesichts rekordträchtiger Anleiherenditen und nach wie hohen Ölpreisnotierungen verhindert, dürfte die Anspannung hoch bleiben."
Heute dürften in Deutschland zudem erste Inflationszahlen des Statistischen Bundesamts für September für Aufmerksamkeit sorgen. Experten rechnen damit, dass die Teuerung wegen des Iran-Kriegs und hoher Energiepreise auf über drei Prozent angestiegen sein könnte.
Die Furcht vor anhaltend hohen Zinsen hat die Wall Street belastet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer bei 51.349 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 7.670 Zähler nach, und der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 26.797 Punkte.
Zuvor hatten steigende Renditen am US-Anleihemarkt die Aktienkurse belastet. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen kletterte zeitweise auf 5,293 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2007. Im Handelsverlauf dämmten die Börsen ihre Verluste ein, da die Renditen wieder leicht sanken. Zudem gaben die Ölpreise nach.
Frische Konjunkturdaten zeichneten ein gemischtes Bild der US-Wirtschaft. Während die Zahl der offenen Stellen im August stärker als erwartet auf rund 7,08 Millionen sank, fiel das Verbrauchervertrauen im September auf den tiefsten Stand seit über 12 Jahren.
Die US-Tech-Branche bleibt offenbar auf Wachstumskurs. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank betont, US-Technologieaktien hätten in den vergangenen vier Wochen den S&P 500 angeführt und in Euro rund sechs Prozent zugelegt: "Damit hat sich der Sektor als widerstandsfähig gegenüber steigenden Energiepreisen und höheren Kapitalmarktzinsen erwiesen."