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Reiche weist staatliches Unternehmen an, mehr Gas einzuspeichern
Die Gasspeicher sind aktuell nur zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt. Nun drängt Wirtschaftsministerin Reiche alle Energieunternehmen dazu, mehr Erdgas einzuspeichern. Eine staatliche Firma erhält eine direkte Anweisung.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat das staatliche Energieunternehmen Sefe damit beauftragt, das Speichern von Erdgas für den Winter stärker voranzutreiben. Das Unternehmen bestätigte, vom Ministerium den Auftrag erhalten zu haben, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden (TWh) Gas zu beschaffen und einzuspeichern.
Nach Angaben des Branchenverbands Initiative Energien Speichern haben die Speicher in Deutschland insgesamt ein Volumen von rund 247 Terawattstunden.
Reiche habe in Absprache mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) entschieden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Als zentralen Grund nannte sie die weiter andauernden geopolitischen Risiken. "Aus der Perspektive der Krisenvorsorge ist dieser Schritt ein wichtiger zusätzlicher Beitrag, um die Resilienz der deutschen Gasversorgung zu erhöhen." Zuerst hatte das Handelsblatt berichtet.
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Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland befindet sich mit knapp 58 Prozent gerade auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Im vergangenen Jahr waren die Gasspeicher zu diesem Zeitpunkt schon zu knapp 77 Prozent gefüllt. In den Vorjahren erreichten die Füllstände Ende September sogar Werte an die 90 Prozent oder höher.
Normalerweise kaufen Großhändler im Sommer Erdgas günstig ein. Sie speichern es und verkaufen es im Winter mit Gewinn weiter, um auch die Kosten der Speicherung zu decken. Grund für die aktuell niedrigen Füllstände ist, dass sich die Speicherung für Händler wegen der Preisentwicklung infolge des Iran-Krieges derzeit nur begrenzt rechnet. Kritiker werfen Reiche vor, zu lange gezögert und zu wenig gemacht zu haben.
Das Wirtschaftsministerium betonte stattdessen, die Ministerin habe stets deutlich gemacht, die Entwicklung am Gasmarkt eng zu verfolgen und für unterschiedliche Szenarien Instrumente vorbereitet zu haben, die bei Bedarf eingesetzt werden könnten. "Dieser Bedarf ist nun eingetreten", so die Sprecherin.
Sefe werde selbst entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden, und die Mengen durch zusätzliche Lieferungen beschaffen, hieß es weiter. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Kontingente der anderen Marktteilnehmer nicht beeinträchtigt werden.
Sefe hieß früher Gazprom Germania und war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom. Als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Energiekrise wurde das Unternehmen verstaatlicht. Die EU-Kommission hat bestimmt, dass der Bund Sefe bis Ende 2028 wieder weitgehend privatisieren muss.