// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Frankreich: Antisemitismus-Vorwürfe gegen LePens Parteichef Bardella
Ein investigatives Portal erhebt schwere Vorwürfe gegen Jordan Bardella, Parteichef des rechtsnationalen Rassemblement National. In seinen Anfängen als Politiker soll er antisemitische Textnachrichten verschickt haben.
Noch bis vor wenigen Tagen schien es, als könne nichts und niemand den Rassemblement National in seinem Höhenflug zur Macht aufhalten. Nun aber bläst ihm der Wind kalt ins Gesicht - vor allem seinem Parteivorsitzenden Jordan Bardella.
Das investigative Informationsportal Mediapart zitiert aus angeblichen Mailwechseln und Textnachrichten aus den Jahren 2013 und 2015, in denen der damals 17- beziehungsweise 19-jährige Bardella unter anderem Folgendes geschrieben haben soll: "Der Jude muss die anderen Völker beherrschen, sie zerquetschen und ausrauben." Oder auch: "Die Banken sind alle im Besitz von Juden."
Außerdem soll Bardella von dem antisemitischen Intellektuellen Alain Soral fasziniert gewesen sein. Dessen Analysen, so Bardella, seien "richtig", denn sie würden "durch Tatsachen belegt".
FAQ
01.04.2025
Nach Le Pens Verurteilung dürfte erstmals jemand von außerhalb der Familie für die Rechtsnationalen kandidieren.
mehr
Bardella hat umgehend eine Verleumdungsklage gegen Mediapart eingereicht, es handele sich um "krasse Fälschungen", die zitierten Äußerungen habe er niemals getätigt. In einem Partei-Meeting erklärte Bardella, er sei in seiner politischen Karriere quasi "mit dem Laser untersucht und unter die Lupe genommen worden", und nie habe man ihm etwas vorwerfen können.
Mediapart habe entweder eine "barbouzerie", eine dubiose Schmutzkampagne, gegen ihn gestartet oder sei selbst vor lauter "Hass gegen den Rassemblement National" einem Komplott aufgesessen, das von anderen inszeniert worden sei.
Seit Beginn des Gazakrieges ist die Zahl antisemitischer Straftaten extrem gestiegen.
mehr
Auch Marine Le Pen, die Präsidentschaftskandidatin der Partei, reagierte empört. Das werde man nicht mit sich machen lassen, sagte sie, keine "normal veranlagte Person" könne diesen "Irrsinn" glauben; solche Manipulationen sei man ja von Mediapart gewöhnt.