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Science - Sonne und Mond könnten die Ursache für Erdbeben sein, so die Wissenschaft
Die Gezeiten könnten bei Erdbeben eine größere Rolle spielen als bisher angenommen. (Bildquelle: Pihuliak - adobe.stock.com)
Eigentlich wissen wir ja, wie Erdbeben entstehen: Die Erdkruste besteht aus mehreren Platten, die ständig in Bewegung sind. Dadurch entstehen Spannungen im Gestein. Werden diese zu groß, lösen sie sich durch eine plötzliche Verschiebung der Gesteinsmassen. Dabei wird extrem viel Energie freigesetzt, die sich in Form von seismischen Wellen ausbreitet und schließlich die Erdoberfläche zum Beben bringt.
Ob Erdbeben nicht auch durch Sonne und Mond ausgelöst werden können, darüber sinniert und forscht die Wissenschaft seit Jahren, so The British Geological Survey. Erstmals wurde das jetzt durch französische Forscher ergründet.
Bevor wir zur eigentlich Studie kommen, müssen wir verstehen, wie die Gezeiten auf der Erde funktionieren.
Im Grunde ist die Idee, warum Sonne und Mond Erdbeben verursachen könnten, recht leicht zu verstehen. Der Kern liegt in den Gezeitenkräften und deren Gravitationswirkung verursacht durch die beiden Himmelsgestirne.
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Auf Basis dieses Wissens haben Forscher der PSL University in Frankreich ein Modell gebaut, um herauszufinden, ob eben jene Gezeitenverschiebung auch die Ursache für Erdbeben sein könnte. Die Studie wurde in JGR Solid Earth veröffentlicht.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass bereits geringe Spannungsstörungen periodische sowie zeitlich komplexe Gleitereignisse an stabilen Gleitverwerfungen auslösen können. Wir stellen fest, dass die Verwerfung deutlich empfindlicher auf Auslöser reagiert, wenn die Periode der gezeitenbedingten Spannungsstörungen mit der natürlichen Reaktionszeitskala der Verwerfung übereinstimmt.
Einer der Co-Autoren der Studie, der Seismologe der University of Tokyo in Japan namens Satoshi Ide, fand bereits 2016 heraus, dass es einen starken Zusammenhang zwischen hohen Gezeitenspannungen und dem Auftreten von Erdbeben hoher Stärke gibt. Die Studie (via Nature Geoscience), in der mehr als 10.000 Erdbeben mit einer Stärke von über 5,5 analysiert wurden, wies darauf hin, dass Erdbeben in Zeiten hoher Gezeitenkräfte mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Stärke von bis zu 8 erreichen.
Die Forscherinnen und Forscher haben zudem bemerkt, dass die Gezeitenspannungen nur einer von vielen Faktoren ist, die schlussendlich Erdbeben auslösen.