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IT-Bewerber in der Defensive: Erfahrene Kräfte schrauben Gehaltserwartung runter
IT-Fachkräfte starten laut einer Auswertung 2026 mit geringeren Gehaltserwartungen in die Jobsuche. Vor allem, wenn sie auf Seniorlevel sind.
Die Gehaltsvorstellungen von ITlern und die Angebotsspannen der Arbeitgeber nähern sich laut einem Gehaltsreport des Jobportals Instaffo immer mehr an. Das liegt laut den Zahlen vor allem daran, dass die Tech-Talente mit ihren Erwartungen runtergegangen sind. Insbesondere erfahrene Leute würden heute mit deutlich niedrigeren Erwartungen in die Jobsuche starten als noch vor drei Jahren.
Demnach sind zum Beispiel die Gehaltsvorstellungen der ITler auf Seniorlevel, die im Jahr 2023 noch bei einem Medianwert von 80.000 Euro brutto pro Jahr lagen, im Jahr 2026 auf 67.000 Euro pro Jahr gesunken. Im Gegenzug sind die von Arbeitgeberseite für diese Gruppe gebotenen Gehaltsbänder von 62.500 Euro im Jahr 2023 auf 68.500 Euro in diesem Jahr gestiegen. Die tatsächlich vereinbarten Gehälter lagen dann für diese Erfahrungsstufe bei einer Spanne von 70.000 bis 71.500 Euro – und dieses Band ist laut Instaffo stabil seit 2024.
Für den Gehaltsreport hat das Jobportal auf eigene Daten zugegriffen – konkret die Gehaltswünsche in den Nutzerprofilen, die ausgeschriebenen Gehaltsbänder der Unternehmen sowie das bei einer erfolgreichen Einstellung im Arbeitsvertrag vereinbarte Bruttojahresgehalt. Den Angaben nach flossen in die Auswertung, die auch Berufsgruppen außerhalb der IT umfasst, Daten von 134.000 Nutzern ein, ferner rund 8.000 ausgeschriebene Stellen sowie 3.040 dokumentierte Gehälter. Einen Anspruch auf Repräsentativität erhebt der Anbieter mit seiner Auswertung nicht.
Besonders auffällig sei, dass gerade die neu auf die Plattform hinzugekommenen Talente deutlich geringere Gehaltserwartungen mitbrächten. „Sinkende Gehaltswünsche bedeuten deshalb nicht automatisch sinkende Gehälter. Gerade im Tech-Bereich zeigt sich bei erfolgreichen Einstellungen über die vergangenen Jahre ein sehr stabiles Bild“, sagte Instaffo-Co-Chef Mika Leicht. Allerdings schränkt Instaffo ein, dass Nutzer mit länger bestehenden Profilen oft anders agieren: Gehaltsvorstellungen würden hier in fast zwei Drittel aller Fälle eher erhöht, im Median um 7,1 Prozent.
In praktisch allen untersuchten Berufsgruppen hat sich laut Instaffo das Muster gezeigt: je höher das Erfahrungslevel, desto stärker der Rückgang bei den Erwartungen. Im Software-Engineering zum Beispiel sanken demnach die Gehaltsvorstellungen auf Junior-Level um zwei Prozent, auf Mid-Level um sechs Prozent und auf Senior-Level um 15 Prozent. Entsprechend sind die Abstände zwischen den Erfahrungsstufen geschrumpft: 2023 lag die Gehaltsvorstellung auf Senior-Level bei allen erfassten IT-Jobgruppen noch rund 43 Prozent über der auf Junior-Level. 2026 sind es nur noch etwa 24 Prozent. Bei den ausgeschriebenen Gehaltsspannen der Unternehmen ließ sich eine solche Entwicklung überwiegend nicht nachvollziehen.
An der Spitze des Gehaltsgefüges stehen in Instaffos Auswertung technische Führungspositionen. Im obersten Gehaltsband, über 75.000 Euro im Median, liegen Engineering Manager mit 79.000 Euro, Tech Leads mit 78.000 Euro und CPO / Head of Product mit 77.000 Euro. Im Band von 70.000 bis 75.000 Euro folgen Software Architects mit 72.000 Euro sowie Data Engineers und DevOps Engineers mit jeweils 70.000 Euro. Der Gehaltsreport kann kostenlos auf der Instaffo-Seite heruntergeladen werden.
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