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Onlinehandel: Retouren steuern 2026 auf neuen Rekord zu
von Carsten Knobloch
1. Okt. 2026 |
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In Deutschland wird beim Onlineshopping so viel zurückgeschickt wie noch nie. Für das laufende Jahr 2026 steuert die Zahl der Rücksendungen auf einen neuen Höchststand zu: Voraussichtlich 560 Millionen Pakete wandern wieder zurück an die Händler. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 550 Millionen. Das geht aus aktuellen Berechnungen des Retourenforschers Björn Asdecker von der Universität Bamberg hervor, die der dpa vorliegen.
Der Grund für den Anstieg liegt vor allem im generellen Wachstum des Onlinehandels, während die Retourenquote auf hohem Niveau verharrt. Nahezu jedes vierte bestellte Paket wird wieder retourniert. Laut Asdecker könnte die Quote künftig sogar noch weiter klettern, weil immer mehr Menschen am Smartphone statt am Rechner einkaufen. In Apps werde schlichtweg schneller und unüberlegter bestellt, da man vor dem Klick auf den Kaufen-Button weniger Produktinformationen liest. Hätte ich nicht gedacht.
Den Löwenanteil macht dabei nicht überraschend Mode aus: Über 80 Prozent der retournierten Pakete und rund 90 Prozent der zurückgeschickten Artikel entfallen auf Kleidung. Begünstigt wird das durch die weiterhin weit verbreitete Praxis kostenloser Rücksendungen. Krass, nicht wahr?
Für die Händler bedeutet die Flut an Paketen ordentlich Druck auf die Margen. Laut Erhebungen des Handelsforschungsinstituts EHI entstehen bei rund 20 Prozent der Händler Kosten von mehr als 10 Euro pro Rücksendung. Zwei Drittel davon frisst allein der Rücktransport auf. Die Zeche zahlen am Ende übrigens alle: Viele Händler legen die Ausgaben für Gratis-Retouren auf die allgemeinen Artikelpreise um, sodass auch Kunden mitzahlen, die ihre Bestellungen behalten.
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