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Wissenschaft - Im Juni wickelten sie einen Gletscher in Schafwolle ein: Jetzt zeigt sich, dass sie die Eisschmelze so halbieren konnten
Die Wolle könnte Vorteile beim Schutz von Gletschern bieten, aber es gibt noch viele Fragezeichen. (Bild: stock.adobe.com – ryszard filipowicz)
Im vergangenen Juni stiegen vier Studierende auf einen Gletscher in den Schweizer Alpen – mit einer ebenso simplen wie ungewöhnlichen Idee: Sie wollten einen Teil des Eises mit Schafwolle abdecken und abwarten, was über den Sommer passiert.
Bei den Kontrollmessungen im September zeigte sich nun das erstaunliche Ergebnis: Die Naturfaser schützte das Eis fast genauso zuverlässig wie synthetische Abdeckungen, die seit Jahren eingesetzt werden und das lokale Abschmelzen um 50 bis 70 Prozent reduzieren können.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Xataka.com und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
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Alle zwei Wochen kehrte das Team auf das Plateau zurück, um zu messen, wie viel Eis und Schnee verloren gingen, und um zu prüfen, wie die Schafwolle dem extremen Hochgebirgsklima trotzt.
Die Erwartungen fielen anfangs verhalten aus: Niemand wusste genau, ob ein reines Naturmaterial monatelang Feuchtigkeit, Sturm und massiven Temperaturschwankungen standhalten würde. Doch die Zwischenergebnisse überraschten selbst das Herstellerunternehmen.
Die Wollmatten behielten ihre Struktur stabil bei, und die Messwerte unterschieden sich kaum vom synthetischen Geotextil: Während konventionelle Abdeckungen das Schmelzen im Schnitt um 50 bis 70 Prozent bremsen, lieferten die Naturfaser-Prototypen während des gesamten Testlaufs einen vergleichbar wirksamen Hitzeschild.
Die eigentliche Innovation bestand nicht darin, überhaupt eine Abdeckung über das Eis zu spannen, sondern auf ein neues Material zu setzen.
Skigebiete und Liftgesellschaften decken im Alpenraum schon seit Jahren ausgewählte Pistenabschnitte und Eisdepots im Sommer mit Geotextilien ab, die überwiegend aus Polyester oder Polypropylen bestehen.