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"RIP PlayStation": Wütende Fans stürmen Sonys legendäres E3-Video gegen das Disc-Sterben
Nach dem angekündigten Aus für physische Spiele flüchten sich Gamer in die Vergangenheit. Ein 13 Jahre alter Clip zeigt, wie tief Sony mittlerweile gefallen ist.
Gestern hat Sony die Spielebranche schockiert: Das Unternehmen kündigte an, ab Januar 2028 keine Discs mehr für PlayStation-Spiele zu produzieren. Als Grund für diesen Schritt in eine rein digitale Zukunft nannte man "Kundenpräferenzen". Wir haben bereits einen gewaltigen Aufschrei in der Community zu dieser Entscheidung erlebt. Zudem machen Gerüchte die Runde, dass Xbox diesem Beispiel folgen wird, und es wird eifrig darüber spekuliert, was das für die PlayStation 6 bedeutet.
Die Neuigkeiten haben die Spielebranche verständlicherweise stark erschüttert. Sonys Abkehr von physischen Medien werten viele als Todesstoß für Disc-Inhalte und dauerhaftes Eigentum. Etliche Gamer befürchten, dass kundenfeindliche Taktiken bald zur Normalität werden. Dynamische Preise, entzogene Lizenzen und ein Monopol des PlayStation Stores sind allesamt berechtigte Sorgen, welche die Leute in den letzten 18 Stunden geäußert haben.
Wie zu erwarten war, stürzen sich frustrierte Gamer nun scharenweise auf PlayStations legendäres Anti-DRM-Video von der E3 2013. Ihr wisst schon, das Video, in dem Shuhei Yoshida (ehemaliger Präsident von Sony Interactive Entertainment) und Adam Boyes (VP of Third-Party Relations and Developer Technology) eine kurze Botschaft darüber aufnehmen, wie leicht sich PS4-Spiele teilen lassen. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verleihen von Spielen drückt man einfach jemandem eine Disc in die Hand. So simpel ist das.
Im Jahr 2013 wollte Microsoft mit der Xbox One ein DRM-System einführen, das Spiele fest an Accounts band und das Weiterverkaufen oder Verleihen von Discs massiv einschränkte. Sony nutzte die darauffolgende Wut der Community, um die PlayStation 4 als die absolut spielerfreundlichere Konsole zu positionieren.
Die Kommentare unter dem Video lesen sich heute völlig anders als früher. "Ihr seid zu dem Bösewicht geworden, den ihr damals verspottet habt", lautet der heutige Top-Kommentar. "Das ist, als würde man sich nach der Scheidung das Hochzeitsvideo ansehen", meint ein anderer. Ein Kommentator bittet: "Macht doch bitte auch ein Video, wie man PS6-Spiele teilt." Ein weiterer nimmt das berühmte PlayStation-Motto aufs Korn: "Play hat eben doch seine GRENZEN."
Ein Kommentar mit extrem vielen Upvotes lautet: "RIP PLAYSTATION 1994-2026". Diese Stimmung begegnet mir im Netz ständig, seit die Nachricht gestern einschlug. Die Entscheidung kommt für Sony offensichtlich überhaupt nicht gut an. Zugegeben, das Video oben ist 13 Jahre alt, aber ich finde, es stand für etwas Wichtiges bei PlayStation. Damals, im Jahr 2013, positionierte sich das Unternehmen ganz klar auf der Seite der Gamer. Sony wehrte sich gegen Microsoft, gegen Xbox und gegen deren extrem konzerngetriebenen Vorstoß in den Spielemarkt, bei dem Spieler eher als Investitionsobjekte denn als Menschen betrachtet wurden. Es überrascht nicht, dass frustrierte und wütende Gamer nun zu diesem Video pilgern, um ihrem Unmut Luft zu machen. Schließlich markiert es einen echten Wendepunkt in Sonys strategischer Ausrichtung über die letzten Konsolengenerationen hinweg.
Zumindest bedeutet dies nicht das völlige Ende für physische Medien. Erst gestern haben wir erfahren, dass die Switch 2-Version der Tomb Raider: Definitive Edition eine physische Veröffentlichung bekommt. Und für Oblivion auf der Switch 2 gilt genau das Gleiche. Momentan scheint Nintendo den Kampf um physische Spiele zumindest im Alleingang zu bestreiten.