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EDG stellt ihr C/C++-Frontend unter Open-Source-Lizenz
Die Edison Design Group überführt ihr bislang kommerzielles C/C++-Frontend in ein Open-Source-Projekt und übergibt die Weiterentwicklung in die Hände der C++ Alliance. Bekannt ist das Frontend vor allem durch seine hohe Kompatibilität und Bug-Emulation.
Das hat unter anderem zur Folge, dass sich Quellcode für Clang, GCC und den Microsoft-Compiler MSVC mit EDG übersetzen lässt. Das Frontend kam und kommt immer noch in professionellen Projekten zum Einsatz.
Wie schon vorab versprochen, stellte die Edison Design Group pünktlich am 30. September das komplette Frontend unter die Apache License Version 2.0. Damit entfallen auf einen Schlag sämtliche Nutzungsgebühren. Gleichzeitig wird das Unternehmen Edison Design Group aufgelöst.
Der Quellcode lagert auf GitHub, wo ab sofort jeder am Frontend mitarbeiten kann. Die Weiterentwicklung koordiniert dabei im Hintergrund die C++ Alliance. Bei ihr handelt es sich um eine alte Bekannte im C++-Universum: Unter anderem finanziert sie die Boost-Bibliotheken und steuerte Code zum LLVM-Projekt bei.
Die via Pull-Requests von der Community eingereichten Änderungen prüfen jeweils „EDG-erfahrene Entwickler“. Sofort in der Codebasis landen Fehlerkorrekturen und Wartungsupdates, die aus der Feder der EDG-Entwickler bei der C++ Alliance stammen.
Insbesondere Unternehmen können bei der C++ Alliance neue, größere Funktionen in Auftrag geben und so das Projekt finanziell unterstützen beziehungsweise vorantreiben. Die in diesem Rahmen eingebauten Features sollen ebenfalls in das offene Projekt einfließen und folglich nicht den Auftraggebern alleine vorbehalten bleiben. Die darüber hinausgehende Finanzierung stellen ähnlich wie bei den Boost-Bibliotheken Spenden sicher.
Das quelloffene EDG-Projekt umfasst neben dem eigentlichen C/C++-Frontend einige weitere Tools. Dazu zählen insbesondere ein Backend, das C-Code generiert (etwa für C++-Programme), ein C++-erzeugendes Backend (etwa für Source-To-Source-Umwandlungen), einen Prelinker, eine minimale Runtime-Bibliothek, sowie Werkzeuge, die die Zwischensprache (Intermediate Language) in eine Datei schreiben, sie wieder einlesen und in menschenlesbarer Form anzeigen.
Zu den Gründen für die Offenlegung des Quellcodes äußert sich die Edison Design Group nur vage. So könnten vom offengelegten Quellcode mehr Menschen lernen, darauf aufbauen und dabei helfen, die Zukunft zu formen. Mit in die Entscheidung hineingespielt haben dürfte allerdings auch, dass mittlerweile viele Compiler auf LLVM anstelle von EDG setzen.
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