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Kingdom Come 2: Warhorse-Chef ist genervt von klassischen Rollenspiel-Formeln
Immer nur den Auserwählten spielen? Für Martin Klíma von Warhorse Studios sind viele RPGs eintönig geworden. Das Mittelalter-Epos soll andere Wege gehen.
Häufig verfolgen Rollenspiele ein bekanntes Muster: Ein auserwählter Held begibt sich auf eine Reise, um die große Bedrohung, die die Welt zerstören will, zu besiegen, und rettet diese am Ende. Martin Klíma, Mitgründer von Warhorse Studios und Executive Producer von Kingdom Come: Deliverance 2, kann jedoch mit dieser Formel mittlerweile nur noch wenig anfangen. In einem Interview gab er zu, dass er das gängige Konzept mittlerweile satt hat.
Im Gespräch mit PCGamer erklärte er: "Ich war wirklich gelangweilt und müde davon – und bin es immer noch –, dass man in all diesen RPGs immer der Auserwählte ist und diese große Aufgabe bekommt, das Universum zu retten. Diese Spiele sind einfach sehr geradlinige Power-Fantasien."
"Es ist nicht so, dass ich das grundsätzlich für falsch halte. An einer guten Power-Fantasie ist nichts auszusetzen. Es ist nur so, dass sich dieses Konzept ständig wiederholt."
Klíma soll selbst viele Rollenspiele gespielt haben, eines jedoch habe ihm die Augen geöffnet. Mit Progress Quest, einer Satire auf klassische Fantasy-MMORPGs, sei ihm klar geworden, wie viele auf der gleichen Rollenspiel-Formel basieren.
"Es ist im Grunde eine Verdichtung dessen, was ein typisches RPG ausmacht. Deshalb dachte ich mir, dass es sehr, sehr viele Menschen geben muss, die diese Formel wirklich leid sind und sich etwas Neues und Anderes wünschen."
Ein weiterer Knackpunkt ist die Zielgruppe, die diese Spiele ansprechen sollen. Klíma bemängelt: "Die Spiele, die entwickelt wurden und gewissermaßen auch heute noch entwickelt werden, richten sich nach wie vor an Teenager. Wenn man 16 oder 17 Jahre alt ist, liebt man diese Power-Fantasy-Spiele, weil sie einem etwas geben, das man in diesem Alter braucht. Aber das Publikum ist heute deutlich älter."
Jedoch stellte Klíma deutlich klar, dass sich seine Kritik nicht an Clair Obscur: Expedition 33 richtet. Stattdessen nannte er Reihen wie etwa Assassin’s Creed, Watch Dogs oder auch Far Cry. Er merkte dazu an: "Wenn man zum zehnten Mal dasselbe Spiel spielt, wird es irgendwann einfach langweilig."
Mit Kingdom Come: Deliverance 2 möchte Warhorse Studios bewusst versuchen, sich von diesen klassischen Rollenspiel-Formeln abzuheben. Statt auf einen typischen 'Auserwählter rettet die Welt'-Ansatz zu setzen, stehen historischer Realismus und ein eher gewöhnlicher Protagonist im Mittelpunkt des Spielerlebnisses.