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KI aus Deutschland: Aleph Alpha stellt Open-Weight-Modell Kolibri vor
Das KI-Modell Kolibri des deutschen Start-ups Aleph Alpha richtet sich an Unternehmen und Behörden, die KI auf eigener Infrastruktur betreiben wollen.
Aleph Alpha hat ein neues Sprachmodell mit Namen Kolibri veröffentlicht. Das Mixture-of-Experts-Modell besitzt insgesamt 78,1 Milliarden Parameter, von denen bei der Verarbeitung eines Tokens rund 3,46 Milliarden aktiv sind. Nach Angaben von Aleph Alpha soll diese Architektur eine mit größeren Modellen vergleichbare Leistung bei geringerem Rechenaufwand ermöglichen. Die Vergleichswerte stammen von Aleph Alpha selbst, eine unabhängige Bestätigung der Leistungsangaben steht bislang aus.
Kolibri unterstützt Deutsch und Englisch, logisches Schlussfolgern und die Nutzung externer Programme und Dienste sowie Kontextlängen von bis zu rund einer Million Tokens. Laut Aleph Alpha wurde Kolibri speziell auf deutschsprachige Anwendungen zugeschnitten: Rund 23 Prozent der Pretraining-Tokens sind deutschsprachig. Zudem wurde Kolibri darauf optimiert, deutsche Texte effizient zu verarbeiten und auf Deutsch zu schlussfolgern.
Kolibri ist ein Open-Weight-Modell. Die Modellgewichte und Konfigurationsdateien stehen auf Hugging Face unter der Apache-2.0-Lizenz zum Download bereit. Laut Model Card gilt die Lizenz nicht für den zugrunde liegenden Code, die Modellarchitektur und die Trainingsmethoden.
Aleph Alpha positioniert Kolibri als Modell für geschäftskritische Anwendungen in Unternehmen, Behörden und anderen regulierten Bereichen. Es soll sich unter anderem für die Verarbeitung langer Dokumente, Programmieraufgaben und agentische Workflows eignen.
Das Start-up vermarktet Kolibri dabei ausdrücklich als „souveränes“ KI-Modell. Damit meint Aleph Alpha zum einen die Kontrolle über die Entwicklungskette von der Datenaufbereitung bis zum Training, zum anderen die Kontrolle beim Kunden: Kolibri kann auf eigener Infrastruktur betrieben werden, sodass interne Daten nicht an externe Dienste übertragen werden müssen. Nach Angaben von Aleph Alpha wurde das Modell in Deutschland entwickelt und auf Infrastruktur in Deutschland und Finnland trainiert. Zur Erzeugung synthetischer Trainingsdaten griff Aleph Alpha allerdings auch auf externe Modelle zurück. Im technischen Bericht werden GLM-5.2 und GLM-5.3 von Z.ai sowie Qwen3.8-27B erwähnt.
Aleph Alpha verweist außerdem auf Maßnahmen zu Urheberrecht, Datenschutz und EU AI Act. Nach Angaben des Unternehmens wurden alle Trainingsdaten mit einer Sperrliste von mehr als 4,5 Millionen URLs abgeglichen, die unter anderem auf der Piracy Watch List der Europäischen Kommission basiert.
Aleph Alpha wurde 2019 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Heidelberg. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 200 Mitarbeiter. 2023 gab Aleph Alpha ein Finanzierungspaket von 470 Millionen Euro bekannt. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich unter anderem die Schwarz Gruppe und Bosch Ventures.
Im September 2026 vereinbarte Aleph Alpha einen Zusammenschluss mit dem kanadischen KI-Unternehmen Cohere. Das gemeinsame Unternehmen soll weltweit unter dem Namen Cohere auftreten. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen.
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