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Intel-Googlebooks: Diesmal wird x86 zum Kompatibilitätsproblem
Zum Marktstart der neuen Googlebooks folgt eine Einschränkung, die Google zuvor nicht öffentlich gemacht hatte: Einige komplexe Android-Apps und Spiele benötigen auf Modellen mit Intel-Prozessor zusätzliche Optimierungen. Zuvor hatte Google mit dem Zugriff auf die gesamte Play-Store-Bibliothek geworben.
Seit dem 5. Oktober stehen die neuen Googlebooks auch in Deutschland im Handel. Passend zum Marktstart hat Google nun allerdings eine Einschränkung bestätigt, die insbesondere drei der fünf angebotenen Modelle betrifft: Auf Googlebooks mit Intel-Prozessor können einzelne Android-Apps und Spiele Probleme bereiten beziehungsweise nicht mit optimaler Leistung laufen.
Gegenüber Android Authority erklärt Google, die überwiegende Mehrheit der Android-Apps laufe sowohl auf Intel- als auch auf Qualcomm-Googlebooks problemlos. Eine „kleine Handvoll“ komplexer Apps und Spiele benötige auf Geräten mit Intel-Prozessor allerdings zusätzliche Anpassungen durch die Entwickler, um bestmöglich zu funktionieren.
Google arbeite deshalb gemeinsam mit App-Entwicklern sowie Intel und Qualcomm daran, Leistung und Kompatibilität weiter zu verbessern. Welche Apps oder Spiele konkret betroffen sind und wie stark die Einschränkungen ausfallen, nennt das Unternehmen bislang nicht.
Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt der Aussage. Vor dem Marktstart hatte Google wesentlich umfassender mit der Unterstützung von Android-Anwendungen geworben. Wie Android Authority hervorhebt, hatte Google-Mitarbeiter Dieter Bohn zuvor erklärt, Nutzern stehe auf Googlebooks die gesamte Play-Store-Bibliothek zur Verfügung. Google selbst bewirbt die Geräte zudem als neue Laptop-Kategorie, die auf dem Android-Technologie-Stack basiert und Zugriff auf Anwendungen aus Google Play bietet. Auf einen möglichen zusätzlichen Anpassungsbedarf speziell bei Intel-Modellen wurde dabei nicht hingewiesen.
Die Situation ist dabei ein Stück weit paradox. Bei Windows auf Arm ist seit Jahren die umgekehrte Konstellation ein Thema: Klassische x86-Anwendungen treffen auf einen Arm-Prozessor und müssen entweder nativ angepasst oder über eine Übersetzungsschicht ausgeführt werden. Bei den Googlebooks wird nun ausgerechnet x86 zum schwierigeren Fall.
Viele Android-Anwendungen wurden ursprünglich für Smartphones und damit für Arm-Prozessoren entwickelt. Qualcomms Snapdragon X Elite setzt ebenfalls auf Arm, Intels Core-Prozessoren hingegen auf x86. Google bestätigt entsprechend, dass gerade komplexere Apps und Spiele für die Intel-Plattform teilweise noch zusätzliche Anpassungen benötigen.
Ganz neu ist dieses Phänomen allerdings nicht. Bereits bei Chromebooks liefen Android-Anwendungen auf Arm-Hardware teilweise besser als auf Intel-Prozessoren. 9to5Google verweist darauf, dass diese Problematik schon bei der Einführung von Android-Apps unter ChromeOS bestand. Bemerkenswert ist daher vielmehr, dass sie mit Googlebook OS weiterhin besteht, obwohl Android nun eine wesentlich zentralere Rolle spielt.
Googlebook OS vereint laut Google die Grundlagen von ChromeOS mit dem Android-Technologie-Stack. Systemeigene Apps und die engere Verzahnung mit Android gehören damit wesentlich stärker zum Konzept der Plattform als bei den bisherigen Chromebooks.
Die Einschränkung betrifft zudem nicht nur einen Exoten innerhalb des neuen Portfolios. Drei der fünf zum Start angekündigten Googlebooks von Acer, Asus und Lenovo setzen auf Intel und damit auf x86. Dell und HP verwenden hingegen Qualcomms Arm-basierten Snapdragon X Elite.