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FRMCS oder LTE-R: Wurde die GSM-R-Nachfolge verschlafen?
Noch ehe die Ursache des jüngsten GSM-R-Ausfalls bekannt war, kamen Stimmen auf, die eine Modernisierung fordern. Doch ist das so schnell überhaupt realistisch?
Hier testet die DB FRMCS: Ein ICE-Testzug vom Typ „advanced TrainLab“ rollt über die Teststrecke beim sächsischen Scheibenberg.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Nach dem bundesweiten Ausfall von GSM-R am Abend des 23. Juni 2026 überschlugen sich schnell die Meldungen. Erst waren es die klassischen Nachrichten zu den Ausfällen und Auswirkungen. Doch sehr schnell kamen auch Stimmen auf, die einen Schuldigen gefunden haben wollen: GSM-R, der digitale Zugfunk, der für die Bahn essenziell ist.
Das sei veraltete 2G-Technik aus den 1990ern, las man oft. Bei Spiegel Online ließ man sich sogar zu einem Meinungsstück verleiten: Alle Züge stehen still, weil Deutschland nicht digitalisieren will. GSM-R, der analoge Digitalfunk?
Auch der VDE will jetzt unbedingt GSM-R modernisieren: „Im Vergleich dazu ist das neue FRMCS durch Redundanz, moderne Architekturen und breite Frequenzbänder deutlich robuster“, so der VDE. Das wäre aber auch erst einmal in der Praxis zu belegen.
Doch hat die Deutsche Bahn hier einen Umstieg auf FRMCS verschlafen oder ging es nicht anders? Und was wären die Alternativen?
Wir wollen für diesen Artikel ganz bewusst ignorieren, dass der Ausfall des GSM-R-Netzes mit hoher Wahrscheinlichkeit den GSM-Standard kaum tangiert. Ausgefallen ist laut Bahn ein Switch, dessen Ausfall eine Software nicht korrekt erkannte und so nicht korrekt auf die Reserve umschaltete.
Stattdessen wollen wir darauf blicken, wie aktuell GSM-R ist, und ob eine schnelle Migration zu einem anderen Standard überhaupt möglich wäre. Denn es gibt nicht nur FRMCS.
Dass GSM-R schlicht alte 2G-Technik ist, die im Privatkundengeschäft bereits kaum noch Bedeutung hat, dürfte wohl keiner bezweifeln. Aber für Technik, die lange im Einsatz ist, ist sie weiter relevant. Sei es der Fahrstuhl und dessen GSM-Notfunkanlage oder eben die Lok und deren kritisches Kommunikationssystem. Dafür reicht GSM-R. Beispiele dafür gibt es, dazu gleich mehr.