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Deutsche Unternehmen fahren Produktion überraschend deutlich hoch
Trotz Behinderungen der Rhein-Schifffahrt durch das Niedrigwasser haben die deutschen Unternehmen ihre Produktion im August stark hochgefahren. Ein kräftigeres Plus gab es zuletzt im März 2025.
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im August viermal so stark hochgefahren wie erwartet. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 2,0 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Es ist das kräftigste Plus seit knapp anderthalb Jahren. Im Juli war die Produktion noch um 1,2 Prozent geschrumpft.
"Die deutsche Wirtschaft ist also doch nicht im Schlick des Niedrigwassers ausgerutscht", so KfW-Ökonom Sebastian Wanke. Das seit Mitte Juli anhaltende Niedrigwasser im Rhein beeinträchtigt Transporte per Binnenschifffahrt und belastet dadurch die Produktion. Schätzungen zufolge wird vor allem die Industrieproduktion in einem Monat mit 30 Niedrigwassertagen um mehr als ein Prozent gedämpft, rechnete das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) vor.
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Die positive Entwicklung im August geht vor allem auf die höhere Produktion im Baugewerbe zurück: Diese wuchs um 9,3 Prozent zum Vormonat. "Innerhalb des Baugewerbes ist insbesondere der Bereich spezialisierte Bautätigkeiten und Ausbaugewerbe mit einem Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vormonat hervorzuheben", erklärten die Statistiker. Die Energieerzeugung schrumpfte dagegen um 0,4 Prozent.
Die Industrie allein stellte 0,6 Prozent mehr her. Die Maschinenbauer meldeten dabei mit 5,3 Prozent ein besonders kräftiges Plus. Negativ wirkte sich hingegen der erneute Rückgang in der Autoindustrie von 5,4 Prozent aus - erklärt wird dieser zumindest teilweise mit den branchenüblichen Werksferien, die in den August fielen.
"Das ist mal eine gute Zahl von der gebeutelten deutschen Industrie", kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die Entwicklung. Die Industrie profitiert unter dem Strich von steigenden Rüstungsausgaben, aber auch von der zunehmenden Digitalisierung und dem Trend zu Künstlicher Intelligenz (KI). "Diese Entwicklung zeigt, dass der Boom rund um KI und Rechenzentren auch Deutschland erfasst hat", sagte KfW-Experte Wanke.
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Für die Industrie stehen zudem die Chancen auf eine Belebung in den kommenden Monaten nicht schlecht: Die Auftragsbücher sind mittlerweile so gut gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015.
Im August gab es allerdings einen Rückschlag: Der Wegfall großer Rüstungsaufträge hat der deutschen Industrie einen heftigen Auftragseinbruch eingebrockt. Das Neugeschäft schrumpfte um 10,6 Prozent im Vergleich zum Juli und damit so stark wie seit Januar nicht mehr.