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Neue Bahnstrecke soll Nord-Süd-Verkehr beschleunigen
Im jahrelangen Streit um die Nord-Süd-Bahnachse ist entschieden: Eine neue Strecke soll gebaut werden. Die Proteste in Niedersachsen ebben aber nicht ab.
Für die wichtige Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg ist nach langem Ringen der Weg frei für eine Neubautrasse. Der Verkehrsausschuss des Bundestages bestätigte das Ergebnis der sogenannten Vorplanung der Bahn, die eine neue Strecke vorsieht – allerdings werden zugleich wesentliche und schnelle Verbesserungen an der bestehenden Strecke gefordert.
Der Antrag wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken beschlossen. Am späten Donnerstagabend soll sich der gesamte Bundestag mit dem Projekt befassen. Die Zustimmung dort gilt als Formsache, wie es in der Koalition hieß.
Die stark belastete Bahnverbindung Hannover-Hamburg ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Deutschland. In Niedersachsen gibt es allerdings Proteste gegen einen Neubau. Seit Jahrzehnten wird über das Vorhaben gestritten.
Für die Fahrgäste im Fernverkehr soll die Fahrtzeit zwischen Hamburg und Hannover mit dem Neubau um 18 Minuten verringert werden. Laut Vorplanung bräuchte ein ICE ohne Halt in Hamburg-Harburg dann 59 Minuten. Die bisherige Strecke macht auf der Karte betrachtet einen Knick nach Osten und führt über Lüneburg, Uelzen und Celle. Die geplante zweigleisige Neubaustrecke soll dagegen direkter und eher geradlinig in Nord-Süd-Richtung verlaufen – teils entlang der A7.
Diese von der Bahn favorisierte ICE-Trasse soll über Soltau und Bergen führen, für bis zu 250 km/h ausgelegt sein und den Fern- und Güterverkehr von der bestehenden Strecke abziehen. Für den Güterverkehr ist die Strecke besonders wichtig, da sie den Hamburger Hafen mit Süddeutschland und dem europäischen Ausland verbindet. Nach DB-Angaben fährt jeder vierte Güterwagen in Deutschland von oder nach Hamburg.
Die bestehende Verbindung zählt zu den am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands. Nach DB-Angaben liegt die Auslastung auf dem Korridor bei bis zu 147 Prozent, die Trasse ist also überbelegt.
„Mit der Entscheidung für die Neubaustrecke wird die Grundlage dafür geschaffen, einen zentralen Engpass im deutschen Schienennetz aufzulösen“, sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und kündigte „konkrete Verbesserungen vor Ort“ an.
„Wir beenden den jahrelangen Stillstand bei Hamburg-Hannover und bringen Neubau und Verbesserungen auf der Bestandsstrecke endlich zusammen“, sagte die SPD-Verkehrspolitikerin im Bundestag, Isabel Cademartori. „Der Neubau schafft dringend benötigte Kapazitäten für Personen- und Güterverkehr, zugleich investieren wir rund 250 Millionen Euro zusätzlich in die bestehende Strecke bis spätestens 2034.“
Dazu gehörten mehr Lärmschutz und die Chance auf neue Regionalhalte entlang der Neubaustrecke. Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß sagte, die Neubaustrecke sei ein zentraler Baustein, um Engpässe zwischen Hamburg und Hannover dauerhaft aufzulösen.