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PlayStation-Spieler wehren sich: Über 113.000 Fans protestieren gegen Sonys Disc-Aus ab 2028
Die Petition „Don’t Kill the Disc“ attackiert Sonys rein digitale Zukunft. Für viele geht es nicht um Nostalgie, sondern um Besitz, Rechte und Kontrolle.
Sony möchte neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 nicht mehr auf Disc produzieren. Gegen diese Entscheidung formiert sich Widerstand: Die Petition „Don’t Kill the Disc“ hat inzwischen mehr als 113.000 verifizierte Unterschriften gesammelt.
Sony hatte am 1. Juli angekündigt, die physische Disc-Produktion für alle neuen Spiele auf PlayStation-Konsolen ab Januar 2028 einzustellen. Neue Veröffentlichungen sollen danach digital über den PlayStation Store oder über Händler in digitaler Form verkauft werden. Bereits erschienene Spiele und Titel, die vor Januar 2028 noch als Disc-Version erscheinen, sollen laut Sony von der Umstellung nicht betroffen sein.
Die Petition richtet sich nicht grundsätzlich gegen digitale Spiele. Der zentrale Vorwurf lautet, dass Sony den Spielern eine Wahl nimmt. In der Begründung heißt es, eine Disc sei ein Spiel, das man verleihen, verkaufen, verschenken, sammeln oder weitergeben könne. Eine Box mit Download-Code sei dagegen keine echte physische Version, sondern eine digitale Lizenz in Verpackung.
Die Initiatoren argumentieren zudem, dass physische Spiele nicht nur für Sammler wichtig sind. An Disc-Versionen hängen Händler, Lieferketten, Lager, Hersteller, Gebrauchtmärkte und kleine Geschäfte. Eine rein digitale Zukunft stärkt dagegen vor allem die Kontrolle der Plattformbetreiber über Preise, Verfügbarkeit und Zugang.
Had your morning coffee? Good. Sign this now!https://t.co/ZJGO46mfuU112.000 and counting. We need the number of signatures to skyrocket. We need a beacon of resistance that shows Sony we won't stand for them taking away physical games and ownership!
Besonders bitter wirkt die Entscheidung auch deshalb, weil Sony 2013 im Vorfeld der PlayStation 4 noch offensiv mit dem freien Verleihen und Weiterverkaufen von Disc-Spielen warb. Damals profitierte Sony davon, dass Microsoft mit der Xbox One stärker auf Onlinebindung und Einschränkungen beim Gebrauchtmarkt setzte. Dreizehn Jahre später sieht die Lage etwas anders aus.
Ganz verschwinden Discs allerdings nicht sofort. Laut einem Bericht von Game File, sollen Publisher auch nach Januar 2028 weiterhin Nachbestellungen für bereits veröffentlichte PlayStation-Disc-Spiele aufgeben können. Für neue Spiele liegt die Zukunft aber offenbar klar im Digitalvertrieb.
113.000 Unterschriften sehen zunächst nach viel aus, verlieren aber an Gewicht, sobald man sie zu Sonys eigenen Zahlen ins Verhältnis setzt. Mehr als 93 Millionen PS5-Konsolen wurden ausgeliefert, dazu kommen mehr als 117 Millionen PS4-Geräte. Selbst gemessen an den 125 Millionen monatlich aktiven PlayStation-Nutzern bleibt die Petition unter einem Zehntelprozent. Sony dürfte die Disc-Presswerke deshalb kaum wieder hochfahren.