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Marktbericht: Zinsen, Öl und Schuldenmacherei belasten DAX
Zinssorgen, Ölpreise und steigende Unternehmensschulden lasten auf den Aktienmärkten weltweit. Der DAX kann sich dem nicht entziehen. Nach einer dreitägigen Gewinnserie wird ein verhaltener Handel erwartet.
Die erhoffte Stabilisierung des DAX bleibt aus. Zu viele Risiken lasten auf dem Markt. Vor allem die weiter steigenden Anleihenrenditen, die immer noch hohen Ölpreise und steigende Unternehmensschulden werden von Investoren kritisch gesehen.
Nach drei Gewinntagen in Folge war die Aufwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch gestoppt worden. Der DAX war um 1,35 Prozent auf 25.104,36 Zähler gesunken, der MDAX um 1,4 Prozent auf 30.112,41 Zähler.
Die gleichen Risikofaktoren wie hierzulande hatten auch den US-Märkten zugesetzt. Der Dow Jones war mit einem Minus von 0,7 Prozent aus dem Handel gegangen bei 51.180 Punkten, der S&P 500 der 500 größten börsennotierten Unternehmen mit 0,2 Prozent Abschlag bei 7.801 Zählern. Der breiter gefasste Nasdaq Composite hatte ebenfalls leichter geschlossen - hier stand ein Minus von 0,2 Prozent bei 27.538,69 Punkten auf den Kurstafeln.
"Die Wall Street demonstriert dank KI-Wachstum Resilienz gegenüber steigenden Renditen und hohen Ölpreisen", fasst Jochen Stanzl, Chefmarkt-Analyst der Consorsbank zusammen. Die Aufmerksamkeit werde sich aller Voraussicht nach jetzt schnell auf die bevorstehende Berichtssaison verlagern. Sie müsse abermals beweisen, ob die für KI aufgewendeten Milliardensummen die erhofften Renditen abwerfen.
"Die Bewertungen an der New Yorker Aktienbörse sind nur dann moderat, wenn das bereits vorweggenommene Gewinnwachstum von 25 Prozent im Gesamtjahr gehalten werden kann", sagt Stanzl. Jegliche Risse in der Fassade des KI-Wachstums könnten die Korrekturrisiken schnell erhöhen. "Viel Raum für Fehltritte besteht nicht."
Ein Hindernis dabei sind die Rohstoffmärkte: Die Ölpreise steigen weiter über die Marke von 100 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent kostete heute Morgen gut 102 Dollar. Die Nervosität am Markt nimmt zu, weil die USA - so berichten US-Medien - neue Militärschläge gegen den Iran in den kommenden Wochen planen soll. Die US-Regierung wolle damit vor den Zwischenwahlen im November die Spritpreise in den USA drücken und Fortschritte im Nahost-Krieg vorweisen.
Indessen beschleunigt die Internationale Energie Agentur (IEA) die Freigabe von Ölreserven. Vorrangig soll Diesel auf den Markt gebracht werden, weil dieser in einigen Märkten besonders knapp geworden ist. Außerdem signalisierte die Energieagentur, dass sie bei Bedarf weitere Reserven lockern würde.
Trotz hoher Preise für Öl und Gas wird erwartet, dass die Bundesregierung heute optimistischere Wirtschaftsprognosen als bisher vorstellt. Ökonomen halten eine Prognose von 1,3 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für möglich.
In den vergangenen Wochen hatten schon die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute ihrerseits ein größeres Wirtschaftswachstum für Deutschland in Aussicht gestellt. Am Morgen wird das Statistische Bundesamt die Handelsbilanz für August veröffentlichen mit gestiegenen Exporten auf Monatssicht.