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Sony: Analyst sieht nach Disc-Aus noch mehr Einsparpotenzial für Publisher
Nach Sonys Disc-Aus sieht Analyst Piers Harding-Rolls weiteres Sparpotenzial für Publisher. Selbst klassische Plastikverpackungen stehen auf dem Spiel.
Das Ende der Discs im Hause Sony ist gerade ein heiß diskutiertes Thema. Ab Januar 2028 sollen keine Discs für PlayStation-Spiele mehr produziert werden. Von da an ist alles digital. Während Fans auf die Barrikaden gehen und nun verstärkt über Besitzrechte und digitale Lizenzen diskutiert wird, schlägt Ampere-Analyst Piers Harding-Rolls vor, noch weiter zu gehen. Dieser Schritt biete das perfekte Sprungbrett für eine digitalere Distribution und weitere Kosteneinsparungen.
Piers Harding-Rolls ist ein bekannter britischer Analyst und Research Director beim Markt- und Datenanalyse-Unternehmen Ampere Analysis. Er beobachtet und bewertet den globalen Videospielmarkt seit über zwei Jahrzehnten und gilt als einer der meistzitierten Experten der Branche, wenn es um Konsolenverkäufe, Abonnementservices (wie Game Pass oder PS Plus) sowie die Monetarisierungsstrategien großer Publisher wie Sony, Microsoft und Nintendo geht.
Am 1. Juli verkündete Sony das Ende der Discs für die PlayStation und hat damit eine gewaltige Debatte losgetreten. Xbox zieht wohl nach und so könnte die nächste Konsolengeneration eine digitale werden, auch wenn wohl weiterhin separate Disc-Laufwerke verkauft werden könnten. Wie sich das Ganze auf physische Veröffentlichungen, wenn man sie denn noch so nennen kann, und Händler, die sich auf Videospiele spezialisiert haben, auswirken wird, ist nicht klar.
Piers Harding-Rolls, Gaming-Analyst für Ampere Analytics, sieht hier aber vor allem Möglichkeiten für weitere Einsparungen und einen gänzlich neuen Kurs. “Es besteht die Möglichkeit, die Kosten weiter zu senken”, sagt er und bringt Prepaid-Gamecards, Codes in Boxen und ähnliche Alternativen ins Spiel (via Gamerant).
Codes in Boxen sind schon lange ein viel diskutiertes Thema in der Gaming-Welt. Während Sammler zwar weiterhin etwas für ihr Regal haben, erschließt sich mir der Sinn dahinter einfach nicht. Immerhin ist es am Ende weiterhin nur ein digitaler Key für eine Lizenz und nicht das Spiel selbst. Dass diese Codes nicht gut ankommen, zeigt auch die aktuelle Debatte um GTA 6.
Seine Argumentation rührt daher, dass Geschäfte, die sich auf Videospiele und Konsolen spezialisiert hätten, so nicht länger konkurrenzfähig wären und sich neue Möglichkeiten für eine physische Distribution überlegen müssen. “Das Ende der physischen Datenträger wird Innovationen im Bereich des Verkaufs digitaler Spiele im Ladengeschäft erfordern, um die entgangenen Umsätze auszugleichen.”
Mit Sony und Take-Two als Vorreiter werden sich laut Harding-Rolls bald weitere Studios, Publisher und Konsolenhersteller dem Ganzen anschließen: “[Dieser] Schritt wird den Trend beschleunigen, dass im Einzelhandel zunehmend digitale Codes anstelle von physischen Datenträgern verkauft werden.”
Hier kommt dann aber sein vorgeschlagenes Einsparpotenzial zum Tragen, denn wenn schon auf die kostengünstigere digitale Veröffentlichung gesetzt wird, warum dann weiterhin große physische Plastikboxen für einen schlichten digitalen Code produzieren? Anstatt also weiterhin die alten Disc-Hüllen herzustellen, wären neue kreative Möglichkeiten und Ideen gefragt, um auch die enttäuschten Disc-Liebhaber wieder abzuholen und physische Verkäufe weiterhin attraktiv zu gestalten.
Das Ganze funktioniert aber auch nur, wenn Sony seine Art der digitalen Distribution überarbeitet. Immerhin geschieht es nicht gerade selten, dass Sony digitale Produkte ohne Vorwarnung oder Rückerstattung entfernt, wie erst letzte Woche, als 551 Filme aus dem PlayStation Store entfernt wurden. Harding-Rolls sieht dabei auch selbst ein, dass sein Vorschlag sowie Sonys Strategie “den Markt für gebrauchte Spiele untergräbt.”