// EUROGAMER.DE — GAMING
Flitze Flatze Bärentatze im Test: Der große Bluff lockt Jung und Alt
Ein hungriger Bär und volle Netze: Das Brettspiel vom Zoch-Verlag zeigt, wie ein simples Bluff-Element Kinder und Erwachsene gleichermaßen fesselt.
Flitze Flatze Bärentatze ist ein analoges Brett- und Kinderspiel für 2 bis 4 Personen ab 6 Jahren. Entwickelt von Regine und Thomas Fabian und veröffentlicht vom Zoch-Verlag, kombiniert das rund 30-minütige Spiel einfache Legemechaniken mit einem leichten Bluff-Element.
Die Entwicklung eines Brettspiels ist ein langwieriger Prozess. Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt vergehen etliche Monate, wenn nicht sogar Jahre. Das gilt im gleichen Maße für Kinderspiele: Sie sind zwar weniger komplex, müssen dafür aber präzise auf die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe angepasst werden. Es ist eine kleine Kunst, ein kindgerechtes Produkt abzuliefern, das im Idealfall Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhält. Der Zoch-Verlag beweist hier seit jeher ein gutes Händchen. Die Titel des Verlags bestechen oft durch ein besonderes Gimmick und eine extrem liebevolle Gestaltung. In diese Kategorie fällt auch die Neuheit Flitze Flatze Bärentatze, die bereits für Kinder ab sechs Jahren geeignet ist.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht der süße Bär Babbel. Den Brummbären könnt ihr allerdings nur sehr begrenzt kontrollieren; stattdessen steuert ihr die zahlreichen Lachse, die nach sicheren Laichplätzen Ausschau halten. Richtig gelesen: In Flitze Flatze Bärentatze schlüpft ihr in die Rolle der Fische. Das klingt zunächst nicht sonderlich spektakulär, aber die dahinterliegende Mechanik ist ebenso simpel wie packend.
Die Vorbereitungen für eine Partie sind schnell erledigt: Spielplan ausbreiten, die 36 Netztafeln auf den beiden seitlichen Ablageflächen gleichmäßig verteilen, den Bären platzieren – fertig. Per Zufall wird nun jedem Spieler eine Fischfarbe zugeteilt. Ziel ist es, möglichst viele Fische der eigenen Farbe in die sicheren Laichgebiete zu führen. Das Spiel verläuft über exakt 34 Züge, in denen jeweils eine der Netztafeln auf den zentralen Lachsteich platziert wird. Die Regeln sind simpel: An das Teich-Layout muss immer so angelegt werden, dass die Netzumrandungen erhalten bleiben.
Jede Netztafel nodifiziert das Aussehen des Teichs. Die Verteilung der Fische wandelt sich ständig und auch die Ausgangswege in den Fluss können ihre Position verändern. Nun geht ihr jede sichtbare Fischfarbe einzeln durch und setzt die Tiere in Bewegung. Pro Farbe wird dabei nur ein Lachs verschoben – ein vermehrtes Aufkommen steigert lediglich die Zahl der Felder, die sich ein Fisch in Richtung Ziel bewegen darf. Im eigenen Zug entscheidet ihr für jede Farbe separat, welchen Flussweg der Lachs wählt. Je nach Auslage der Netztafeln stehen dabei nicht immer alle Wege offen – ein Umstand, den ihr beim Platzieren der Tafeln stets einkalkulieren müsst.
Auf diese Weise wandern die Lachse in mehreren Stufen den Fluss entlang. Erreicht ein Fisch in eurer Farbe das Ziel, ist der erste Punkt sicher. Da eure Mitspielenden nicht wissen, welche Farbe ihr favorisiert, entsteht ein spannendes Versteckspiel. Der umherwandernde Bär Babbel kann den Fischen jedoch einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Sobald sich im zentralen Teich mindestens drei Fische der gleichen Farbe befinden, macht sich das Tier auf Wanderschaft und rückt ein Flussbett voran.
Der hungrige Bär wartet an den vier Flussläufen auf seine Chance. Kurz bevor die Lachse ihr Laichgebiet erreichen, kann er zuschlagen und ein paar saftige Fische abgreifen. In jedem Zug hat der Bär zwei Möglichkeiten, Beute zu machen: einmal, wenn sich die Fische in sein Areal bewegen, und ein zweites Mal, wenn er durch sein Vorrücken ein neues Feld bedroht. Durch geschicktes Auslegen der Netztafeln könnt ihr so die Fische der Konkurrenz eliminieren und deren Punktgewinn verhindern.
Wer dabei jedoch zu offensichtlich agiert, erntet schnell den Ärger der Mitspielenden. Taktisch klüger ist es, die eigene Farbe möglichst lange zu verschleiern und vielleicht ab und zu