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Pro & Contra: Setzt das iPhone Duo auf faule Kompromisse?
Kein Face ID, keine Pro-Kamera, keine iPad-Apps, zu teuer. Hat Apple das Foldable zu stark beschnitten?
Apple hat am 9. September mit dem iPhone Duo das erste hauseigene Falt-Smartphone vorgestellt – über sieben Jahre nach der Konkurrenz. Obwohl es nun das teuerste iPhone ist, hat es eine schlechtere Kamera als die Pro-Modelle und man muss auf das Entsperren per Face ID verzichten. Beim Bedienkonzept verfolgt der Konzern ganz eigene Wege und lässt keine iPad-Apps auf dem Gerät zu – obwohl das aufgeklappte Innen-Display genug Platz dafür bieten würde. Verlangt Apple den potenziellen Kunden zu viele Kompromisse ab? Das diskutieren die Mac & i-Redakteure Leo Becker und Wolfgang Kreutz.
Die Hardware-Kompromisse des Duo kann ich – zähneknirschend – akzeptieren. Ohne Teleobjektiv lässt sich immer noch gut fotografieren und der fehlende Action-Button ist ein entbehrliches Feature. Selbst der unbequeme Rückschritt von Face ID auf Touch ID lässt sich in einer Generation 1 verschmerzen. Um das wettzumachen, sollte das Duo allerdings seine inhärenten Foldable-Vorteile mit Bravour ausspielen.
Eigentlich wäre es die perfekte Kombi aus iPhone und iPad, sogar der Pencil funktioniert. Aber Pustekuchen: Die längst auf größere Displays zugeschneiderten iPad-Apps lässt Apple gar nicht auf das Duo. Stattdessen müssen Entwickler ihre iPhone-Apps mühsam für die ungewöhnliche Form anpassen. Da dürfte nicht jeder mitziehen, zum großen Frust für die Käufer. Noch ärgerlicher ist, dass Apple dem Duo die soliden Multitasking-Fähigkeiten verweigert, die iPadOS endlich erlangt hat. Das höchste der Gefühle sind zwei in einer geteilten Ansicht eingesperrte Apps und allerhand Gimmicks wie der Laptop-Modus, der winzige Videos mit riesigen Play- und Pause-Buttons darstellt – albern. An einem externen Monitor spiegelt das Duo sein Bild nur, statt diesen als erweiterten Desktop zu nutzen. Eine weitere verschenkte Chance – das können iPads und Konkurrenten besser.
Beim iPad hat Apple sich über 15 Jahre Zeit gelassen, um das bewährte macOS-Fenstersystem aufs Tablet zu bringen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Eingeständnis beim Duo schneller erfolgt. Schließlich kostet das Foldable so viel wie ein High-End-Laptop. Da wünsche ich mir schon ein flexibleres Arbeitsgerät. (lbe)
Das Pro & Contra stammt aus Mac & i Heft 5/2026, das seit dieser Woche verfügbar ist. Die neue Ausgabe lässt sich jetzt im heise shop kaufen – als Print-Magazin oder als PDF.
Foldables gibt es seit über sieben Jahren. Mit dem Duo beweist Apple erneut, welches Potenzial sie einer bestehenden Geräteklasse entlocken können. Die Hardware beeindruckt mit kaum sichtbarem Falz und einem Scharnier, das in jeder Position sicher hält. Doch den wahren Unterschied macht die Software: iOS und die mitgelieferten Apps sind perfekt auf die verschiedenen Zustände des Displays zugeschnitten. Dank nahtlosem Übergang muss ich beim Aufklappen nicht umdenken: App-Inhalte vom Frontdisplay bleiben innen an ihrer Position und es gibt keine unterschiedlichen Homescreens wie bei Android.
Dass das Duo trotz Pencil-Support keine iPad-Apps ausführt, wundert mich nicht. Apple will natürlich, dass Apps alle Faltmodi unterstützen – und nicht bloß halbherzig das aufgeklappte Display füllen. So lenkt Apple die Entwickler in die gewünschte Richtung. Davon profitieren letztlich alle.
Für Face ID wären zwei Kameras nötig – und dann wohl wieder eine Notch. Einen Touch-ID-Button halte ich für den besseren Kompromiss, der manche sogar freuen dürfte. Dass man auch ohne das Kamera-Array der Pro-Geräte gute Fotos schießen kann, beweisen die kleineren iPhones seit Jahren. Dank Außendisplay dienen die besseren Hauptkameras sogar für Selfies.
Für mich ist das Duo ein Foldable, wie es nur Apple umsetzen kann. Einen zusammengepfuschten Tablet-Ersatz mit Fensterchaos kann jeder. Apple hat weitergedacht, wo andere aufgehört haben, und beweist, wie Software im Alltag wirklich vom Faltdisplay profitiert. Und vielleicht schafft es die Geräteg