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Nach gescheiterter Hinrichtung: Wie geht es weiter im Fall Pike?
Nachdem die Mörderin Christa Pike den Versuch ihrer Hinrichtung überlebte, kann sie mittlerweile wieder laufen, ist aber in gesundheitlich schlechtem Zustand. Doch wie geht es nun weiter? Wird es einen neuen Exekutionsversuch geben? Ein Überblick.
Die damals 18-jährige Christa Pike hatte im Januar 1995 zusammen mit ihrem damaligen Freund und einer weiteren Bekannten die 19-jährige Colleen Slemmer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Pike sah in Slemmer offenbar eine Rivalin um ihren Freund. Im Zuge der Misshandlungen hatten die Täter dem Opfer ein Pentagramm eingeritzt. Das und weitere Aspekte sorgten in der Öffentlichkeit für zusätzliches Entsetzen, da sie als ein Anzeichen für Satanismus gewertet wurde.
Pike wurde für die Tat zum Tode verurteilt. Ihr mitangeklagter Freund erhielt eine lebenslängliche Haftstrafe ohne Aussicht auf Begnadigung. Da er zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt war, war die Todesstrafe für ihn gemäß den Gesetzen in Tennessee von vorneherein ausgeschlossen. Die weitere Tatbeteiligte wurde, nachdem sie sofort mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet hatte, zu einem Jahr Haft und sechs Jahren auf Bewährung verurteilt.
Nach einer fehlgeschlagenen Hinrichtung in den USA dringen Menschenrechtler auf die Abschaffung der Todesstrafe.
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Neben den Umständen der Ermordung von Colleen Slemmer beschäftigt die Öffentlichkeit in den USA seither, dass in Tennessee mit Christa Pike erstmals seit mehr als 200 Jahren eine Frau zum Tode verurteilt wurde. Sie war mithin die einzige Frau, die in einem Todestrakt in den Gefängnissen des Bundesstaates einsaß.
Ihr Anwälte verweisen außerdem darauf, dass Pike als Kind von ihrer Familie physisch und sexuell schwer misshandelt worden sei. Im Jahr vor der Tat sei sie außerdem vergewaltigt worden - all das habe zum Zustand der Traumatisierung beigetragen, in dem Pike die Tat begangen habe. Die Jury habe davon nichts gewusst. Hätte sie diese Informationen gehabt, wäre Pike möglicherweise nicht zum Tode verurteilt worden, zitiert der US-Sender ABC Robin G. Maher, Direktorin der Organisation Death Penalty Information Center (DPI).
Nach der missglückten Hinrichtung liegt die zum Tode verurteilte Christa Pike bewusstlos in einem Krankenhaus und wird künstlich beatmet.
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Wie so oft ging der für den 30. September angesetzten Hinrichtung ein juristisches Tauziehen voraus. Ein Berufungsgericht in Tennessee hatte im Verlauf des Tages die Hinrichtung gestoppt, da Pike Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt habe, die geprüft werden müssten. Das Gericht verwies dabei auf die Traumata, die Pike eigenen Angaben zufolge als Kind erlitt. Dagegen erhob die für Gefängnisse zuständige Behörde des Bundesstaates Einspruch vor dem Obersten Gerichtshof der USA, der dem Eilantrag ohne Begründung stattgab.
Daraufhin begannen im Riverbend Maximum Security Institution (RMSI) in Nashville die Vorbereitungen für die Hinrichtungen. Pike hatte erfolglos darum gebeten, durch ein Erschießungskommando hingerichtet zu werden, stattdessen sollte sie im RMSI durch eine Giftspritze mit dem Mittel Pentobarbital sterben. Am frühen Abend (Ortszeit) wurde der heute 50-Jährigen eine erste Spritze gesetzt, kurz darauf eine zweite. Beide verfehlten ihre Wirkung, Pike überlebte.
Die Nachrichten aus Nashville lösten weltweit Entsetzen und Kritik aus. Warum der Hinrichtungsversuch so verlief, ist bislang nicht bekannt. Der TV-Sender Al Jazeera zitiert den US-Anwalt Stafford Smith, der zahlreiche zum Tode Verurteilte vertreten hat, mit zwei Theorien. Möglicherweise sei die Haltbarkeit des Mittels abgelaufen - das beobachte man seit vielen Jahren. Viele Bundestaaten hätten Schwierigkeiten, an entsprechende Substanzen zu kommen, da viele Hersteller dagegen seien, dass ihre Produkte für Hinrichtungen genutzt würden. Die Staaten müssten sich de