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Xbox-Entlassungen treffen id Software: Doom-Macher verlieren wohl die Hälfte der Belegschaft
Ausgerechnet zum Launch des neuen The-Dark-Ages-DLCs feuert Microsoft Berichten zufolge fast 100 Angestellte des Kult-Studios. Experten fürchten nun das Ende der legendären hauseigenen Engine.
Xbox streicht 3.200 Stellen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027. Studios wie Undead Labs und Compulsion Games werden unabhängig, während andere ebenfalls versuchen, eine ungewisse Zukunft zu meistern. Darüber hinaus steht der gesamten ZeniMax-Abteilung – zu der alle großen Bethesda-Studios gehören – eine massive Entlassungswelle bevor, auch wenn vorerst keine Studios geschlossen werden. Nun hören wir, dass id Software besonders hart getroffen wurde, just in dem Moment, in dem der DLC Doom: The Dark Ages - Revelations heute im Laufe des Tages an den Start geht.
Die "Kurskorrektur", die Xbox anstrebt, konzentriert sich eigentlich auf die ikonischen Marken Doom und Quake als Priorität. Dennoch trudeln Berichte und Social-Media-Posts ein, die ein – gelinde gesagt – sehr düsteres Bild zeichnen. "Habe gerade von 95 [Entlassungen] bei id gehört", teilte Ex-Bethesda-Projektleiter Jeff Gardiner auf X mit, nachdem wir von den weitreichenden Kürzungen und Studio-Änderungen erfahren hatten. Zur Einordnung: Ende 2025 hatte id Software wohl noch 185 Mitarbeiter, als diese sich gewerkschaftlich organisierten.
Dass id Software derart hart getroffen wird, ist ein Schock für die Branche. Das 1991 gegründete Kult-Studio aus Texas hat mit Meilensteinen wie Wolfenstein 3D, Doom und Quake das Genre der 3D-Ego-Shooter quasi im Alleingang erfunden und Videospielgeschichte geschrieben.
Apogee- und 3D-Realms-Gründer Scott Miller fügte hinzu, dass ein riesiger Teil der Belegschaft von id Software entlassen werde, "einschließlich der meisten (wenn nicht aller) Programmierer". Für ein derart ikonisches und traditionsreiches Studio könnte das einen irreparablen Verlust an Wissen und Know-how bedeuten. Das gilt insbesondere für id Tech, die regelmäßig als beste FPS-Engine der Branche bezeichnet wird und ein wichtiger Bestandteil der gesamten Videospielgeschichte ist. Falls der Plan darin besteht, id Software auf massentauglichere, aber weniger spezialisierte Engines wie Unreal umzustellen, stehen wir vor einer kreativen und technologischen Katastrophe für eines der wichtigsten Studios der Branche.
John Linneman von Digital Foundry ergänzte zudem, er habe mehr über das ganze Ausmaß dieser Kürzungen gehört. "Die Enttäuschung hier sprengt alle Skalen." Colin Geller, über zwölf Jahre lang Principal Concept Artist im Studio, teilte auf LinkedIn mit, dass er nach seiner Arbeit an jedem neuen Doom-Projekt seit 2016 und MachineGames' Wolfenstein 2: The New Colossus entlassen worden sei. "Eines der wirklich besonderen Dinge an diesem Studio war das schiere Können des Teams. Genau diese spannende und intensive Zusammenarbeit machte unsere Spiele so besonders und erfolgreich."
Die hauseigene id-Tech-Engine gilt seit Jahrzehnten als technologisches Meisterwerk. Sie liefert bei rasend schnellen Shootern extrem stabile, hohe Framerates bei grandioser Optik. Sollten die Programmierer fehlen, droht der Branche ein unfreiwilliger Wechsel zur Unreal Engine.
Es versteht sich fast von selbst: Solch tiefe Einschnitte genau dann durchzuführen, wenn das Studio einen riesigen Doom-DLC veröffentlicht, auf den die Entwickler sichtlich stolz waren – ich habe ihn mir vor einer Weile persönlich in einer Preview angesehen –, fühlt sich besonders makaber an. Das Schlimmste daran ist jedoch, dass wir nicht einmal mehr schockiert sind. Andernorts steht das The Elder Scrolls Online-Team von ZeniMax Online vor einer ähnlichen Ungewissheit, auch wenn es der kompletten Schließung entgangen ist.