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Astronaut hat mondähnliches Gestein auf Madagaskar fotografiert
Eine Aufnahme von der Internationalen Raumstation zeigt im Süden Madagaskars ein rund 100 Quadratkilometer großes, helles Gesteinsmassiv. Es besteht aus Anorthosit, der auch weite Teile des Mondhochlands prägt. Geologische Untersuchungen datieren die Entstehung des irdischen Gesteins auf rund 660 Millionen Jahre und belegen eine spätere Verformung beim Zusammenwachsen früherer Kontinente.
Greenbelt (U.S.A.). Die hellen Hochländer des Mondes bestehen zu großen Teilen aus Anorthosit, einem magmatischen Gestein, in dem das Feldspatmineral Plagioklas vorherrscht. Anorthosit kommt auch auf der Erde vor, doch nicht jedes irdische Vorkommen stimmt in seiner chemischen Zusammensetzung mit dem Mondgestein überein. Dennoch können solche Gesteine helfen, die Entwicklung der frühen Mondkruste besser zu verstehen.
Im trockenen Süden Madagaskars hebt sich das Anorthositmassiv Saririaky deutlich von seiner Umgebung ab. Eine am 28. August 2026 von der Internationalen Raumstation (ISS) aufgenommene Fotografie zeigt den hellen, annähernd runden Gesteinskörper inmitten eines von lang gestreckten Strukturen durchzogenen Geländes. Die neue Aufnahme macht damit eine Formation sichtbar, deren geologische Geschichte schon seit Jahrzehnten untersucht wird.
Forscher der damaligen Rand Afrikaans University (RAU) um Lewis D. Ashwal haben bereits 1998 Gesteinsproben aus Saririaky und benachbarten Massiven untersucht. Das Team bestimmte die mineralische Zusammensetzung und analysierte Isotopenverhältnisse, um das Alter des Gesteins und seine spätere Entwicklung zu rekonstruieren.
Die Messungen ergaben für die Entstehung der untersuchten Anorthosite ein geschätztes Alter von 660 ± 60 Millionen Jahren. Für die Datierung nutzten die Wissenschaftler das Verhältnis verschiedener Isotope der Elemente Samarium und Neodym. Diese Methode ermöglicht Rückschlüsse darauf, wann das ursprüngliche Magma erstarrte und sich die untersuchten Minerale bildeten.
Anders als Lava entsteht Anorthosit normalerweise tief unter der Erdoberfläche, wo Magma langsam abkühlt und große Kristalle ausbilden kann. In den untersuchten Gesteinen erreichen die Feldspatkristalle häufig drei bis fünf Zentimeter. Der heute freiliegende Saririaky-Körper nimmt nach Angaben der NASA etwa 100 Quadratkilometer ein und ist damit sogar aus dem Erdorbit gut zu erkennen.
Die auffälligen lang gezogenen Strukturen rund um Saririaky sind Spuren einer erheblichen tektonischen Verformung. Das Massiv liegt in einer sogenannten duktilen Scherzone, in der sich Gestein unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen verformte, statt spröde zu zerbrechen. Die überwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Muster zeichnen die Bewegungen innerhalb der Erdkruste nach.
Auch diese Veränderungen lassen sich zeitlich eingrenzen. Eine Analyse der Gesteinsminerale lieferte für die spätere Umwandlung des Saririaky-Gesteins einen Wert von 559 ± 50 Millionen Jahren. Eine weitere geologische Untersuchung beschrieb für den Süden Madagaskars zwei großräumige Verformungsphasen im Zeitraum zwischen ungefähr 590 und 500 Millionen Jahren. Damals wurden große Teile der heutigen südlichen Kontinente zum Superkontinent Gondwana zusammengeschoben.
Etwa 60 Kilometer nördlich von Saririaky liegt mit Ankafotia ein weiteres Anorthositmassiv. Beide Körper könnten ursprünglich zusammengehört haben und durch die Verformung der Kruste getrennt worden sein. Die älteren Gesteinsanalysen zeigen allerdings auch Hinweise auf eine starke Abplattung, sodass die genaue Bewegungsgeschichte nicht allein aus der heutigen Lage der Massive abzulesen ist.
Auf dem Mond entstanden viele Anorthosite bereits vor mehr als vier Milliarden Jahren, als sich der junge Himmelskörper nach einer weitreichenden Aufschmelzung wieder abkühlte. Feldspatreiche Kristalle konnten sich dabei in den oberen Schichten des Magmaozeans sammeln und zur Bildung der hellen Mondkruste beitragen. Die Anorthosite Madagaskars sind dagegen erheblich jünger und entstanden unter den geol