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Kapazität ausgebucht: ASML kann erst ab 2029 jetzt bestellte Systeme liefern
Dank deutlich mehr verkauften Maschinen hat ASML einen deutlichen Umsatz- und noch höheren Gewinnsprung erzielt. Und die Aussichten gehen noch weiter nach oben, auch ASML profitiert nun klar vom AI-Boom. Deshalb rücken bereits erste Bestellungen für 2029 und 2030 in den Fokus. Für 2027 und 2028 ist man de facto ausgebucht.
ASML-CEO Christophe Fouquet erklärte diplomatisch, dass die bisher geplanten Fertigungskapazitäten für 2027 und 2028 nicht ausreichen werden, um alle Kunden bedienen zu können. Für das Jahr 2028 plant das Unternehmen deshalb, die Kapazitäten noch ein wenig mehr auszubauen als bisher geplant – es waren immerhin bereits 30 Prozent eingeplant. Ob das ausreichen wird, ist jedoch fraglich. Wohl auch deshalb bleibt der Kundschaft gar keine andere Wahl und muss bereits auf die Jahre darüber hinaus ausweichen, weshalb nun zügig die ersten festen Bestellungen für 2029 und 2030 eingehen dürften, erklärt das Unternehmen.
Im dritten Quartal dieses Jahres hat ASML so 17 EUV-Systeme verkauft, nach 16 dieser Maschinen im zweiten Quartal. Auch der Verkauf von klassischen DUV-Systemen zog stark an, sorgte letztlich primär für den großen Sprung beim Umsatz und Gewinn. Interessant ist dabei auch der dadurch wieder stark steigende Anteil am Umsatz nach China: Chinesische Unternehmen dürfen nur DUV-Scanner bis zu einer bestimmten Klasse kaufen, alles darüber einschließlich allen EUV-Systemen unterliegt den US-Exportsanktionen und darf nicht in das Land eingeführt werden. Zuletzt wurde bekannt, dass chinesische Hersteller wohl schon hunderte DUV-Systeme besitzen.
Interessant sind auch die deutlich gestiegenen und weiterhin steigenden Umsätze im Punkt Installed Base Management auf 3,3 Milliarden Euro und prognostizierten 3,7 Milliarden Euro im vierten Quartal – vor zwei Jahren lag der Wert noch bei rund 1,4 Milliarden Euro pro Quartal. Dahinter steckt neben Wartungsverträgen primär auch die Aufrüstung der Maschinen im Feld direkt beim Kunden, um so eine höhere Wirtschaftlichkeit zu erzielen.
Viele ASML-Maschinen können bereits seit Jahren stets auf neuere Versionen aufgewertet werden, einige können so problemlos Jahrzehnte arbeiten und erwirtschaften so kombiniert am Ende viel mehr Umsatz, als nur der Verkauf des eigentlichen Systems erzielt hat.
Unterm Strich hat ASML das Quartal am oberen Ende der Erwartungen mit einem Plus von 25 Prozent abgeschlossen und einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro erzielt, dazu den Gewinn auf 5 Milliarden Euro gesteigert. Im vierten Quartal soll der Umsatz sogar auf bis zu 15,2 Milliarden Euro wachsen, die Marge mit rund 57 Prozent ähnlich hoch ausfallen. Die Zahlen bedeuten für das Gesamtjahr einen Umsatz von rund 45 Milliarden Euro, getrieben vor allem durch das Geschäft mit EUV-Lösungen, deren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um über 45 Prozent zulegt, prognostiziert ASML heute.