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Mont Blanc ist fast zwei Meter höher als 2023
Der Mont Blanc erreicht nach einer neuen Vermessung 4.807,47 Meter und liegt damit 1,88 Meter höher als 2023. Gegenüber den Ergebnissen von 2024 und 2025 ist seine Gipfelhöhe jedoch wieder gesunken. Die Messreihe zeigt, wie stark Schnee und Eis den höchsten Alpengipfel verändern und warum einzelne Höhenwerte keine unmittelbare Aussage über den Klimawandel erlauben.
Saint-Gervais-les-Bains (Frankreich). Der Mont Blanc ist kein Berg mit einer dauerhaft festen Oberkante. Seine Felskuppe liegt unter einer Schnee- und Eisauflage, deren Form sich durch Niederschläge, Wind, Verdichtung und Temperatur verändert. Deshalb schwankt die gemessene Gipfelhöhe, ohne dass daraus unmittelbar auf ein Heben oder Senken des Felsmassivs geschlossen werden kann.
Seit 2001 vermessen Fachleute den Gipfel in wiederkehrenden Kampagnen und dokumentieren auch die Gestalt seiner Eiskappe. Die Chambre départementale des géomètres-experts de Haute-Savoie hat die Ergebnisse der neuen Messung vom September 2026 inzwischen zusammen mit den Werten der Vorjahre veröffentlicht. Ihr Präsident Jean des Garets stellte die jüngsten Resultate am 14. Oktober in Saint-Gervais vor.
Im September 2026 lag der höchste Punkt demnach 4.807,47 Meter über dem Meeresspiegel. Im Jahr 2023 hatten die Vermesser noch 4.805,59 Meter ermittelt, die niedrigste Angabe der modernen Messreihe. Daraus ergibt sich ein Plus von 1,88 Metern gegenüber diesem Vergleichsjahr, nicht aber ein stetiger Anstieg.
Bereits 2024 maßen sie 4.808,51 Meter, ein Jahr später 4.808,76 Meter. Das Ergebnis von 2026 liegt damit 1,29 Meter unter dem Vorjahreswert. Zwischen der größten Höhe der Reihe im Jahr 2007 mit 4.810,90 Metern und dem Tiefststand von 2023 liegen sogar 5,31 Meter.
Der felsige Gipfel liegt ungefähr 4.792 Meter hoch. Darüber bildet die Kappe aus Schnee und Eis die jeweils vermessene Spitze. Wie hoch diese ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie viel Schnee sich ansammelt und wie der Wind ihn entlang des Grats verteilt. Auch der Zeitpunkt der Messung beeinflusst den Vergleich.
Dabei kann die Gipfelhöhe sogar steigen, während Eis an anderen Stellen des Berges verloren geht. Die Höhe eines einzelnen Punktes beschreibt weder die Gesamtmasse der Gletscher noch die Schneemengen des gesamten Massivs. Für Aussagen über die langfristige Entwicklung müssen die Fachleute daher Form, Volumen und Bedingungen der einzelnen Kampagnen gemeinsam auswerten.
Bei der Expedition 2026 kombinierten die Teilnehmer satellitengestützte Positionsbestimmung (GNSS) mit Drohnenaufnahmen, um die Oberfläche dreidimensional abzubilden. Neu hinzu kamen ein Georadar zur Erkundung des Untergrunds und Messungen des örtlichen Schwerefelds. Damit sollen Veränderungen des Schneegipfels genauer von möglichen Bewegungen des Felsens und Veränderungen der Eismasse unterschieden werden.
Für die Messung der Schwerkraft brachte das Institut national de l’information géographique et forestière (IGN) ein besonders empfindliches Gravimeter auf den Gipfel. Dessen Daten liefern keine zweite Höhenangabe, sondern zusätzliche Informationen über die Verteilung der Masse unter dem Gerät. Entscheidend sind wiederholte Messungen am selben Ort, um die Ursachen künftiger Veränderungen besser einzugrenzen.
„Was wir messen, ist die siebte Nachkommastelle“, erklärt Renaud Degoy vom IGN.