// HEISE ONLINE — CYBERSECURITY
Freitag: Millionen für verwanzte Wallets, TSMCs Milliarden-Wachstum mit Mahnung
Ledger-Verweis auf Syndikat + TSMC-Ausblick mit Umsicht + Schaltstunde statt -sekunde + Ariane für Amazon Leo + Bank-Ersatz bei Phishing + Datenschutz-Podcast
Jemand verwanzt Hardware-Wallets für Kryptowährungen und stiehlt Millionen. Jetzt meldet sich der betroffene Hersteller Ledger zu Wort. Demnach war es ein kriminell organisierter Angriff auf die Distribution, der geduldige Täter mit Millionenbudget erforderte. Derweil setzt TSMC auch im letzten Quartal neue finanzielle Maßstäbe. 3-Nanometer-Chips dominieren die Wafer, aber auch der 2-nm-Umsatz wächst. Beim Ausblick gemahnt der taiwanische Chipauftragsfertiger zur Umsicht, denn die explodierten Preise könnten die Nachfrage negativ beeinflussen. Eine gewollte Beeinflussung der Uhrzeit sind Schaltsekunden, die es bislang 27 Mal gab, um Atomuhren mit der Erdrotation zu synchronisieren. Damit ist bald Schluss. Vorgesehen sind stattdessen Schaltstunden, denn die Erde dreht sich langsamer und negative Schaltsekunden sind technisch nicht vorgesehen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Verwanzte Hardware-Wallets für Kryptowährungen sind Benutzer teuer zu stehen gekommen. Von 9. bis 13. Oktober beläuft sich die Gesamtbeute auf mindestens 102 Millionen US-Dollar. Der betroffene Hersteller Ledger gab sich schmallippig, obwohl seit spätestens Mai bekannt ist, dass verwanzte Wallets in Umlauf sind. Jetzt hat sich Ledger schließlich zu Wort gemeldet und versucht zu beschwichtigen: „Das war kein systemischer Angriff auf die Lieferkette, sondern ein lokaler Angriff auf die Distribution.“ Demnach habe eine kriminelle Organisation „den fortgeschrittensten Angriff ausgeführt, den unsere Branche je gesehen hat“. Diese habe über viele Monate echte Ledger-Geräte gekauft, maßgeschneiderte Komponenten eingebaut und diese durch Großhändler in Südostasien wieder in die Distribution gebracht: Verwanzte Wallets „mit Millionenbudget monatelang vorbereitet“.
Milliarden statt Millionen zählt TSMC, denn der marktführende taiwanische Chipauftragsfertiger hat im dritten Quartal 2026 erneut Rekordzahlen geschrieben. Laut Finanzchef ist dies „einer starken Nachfrage nach hochmodernen Prozesstechnologien“ zu verdanken. Insbesondere die Fertigung in 2- und 3-Nanometer-Technologien hat dabei zugelegt. Auch das letzte Quartal dieses Jahres verspricht weiteres Wachstum, aber beim Blick auf 2027 warnt das Unternehmen vor möglichen Herausforderungen. Zwar sei die Nachfrage „äußerst robust“ und es gebe keine Anzeichen zur Verlangsamung des anhaltenden KI-Trends. TSMC hat aber Bedenken, dass die steigenden Preise zu sinkender Nachfrage und damit zu Schwächungen des Gesamtmarktes führen könnten. Zudem gebe es makroökonomische Unsicherheiten: TSMC schreibt weiter Rekordzahlen, blickt aber vorsichtig in die Zukunft.
Die Zukunft muss auf die Schaltsekunde verzichten, denn diese wird zum 20. Mai 2027 abgeschafft. Bis Mai wird es auch keine Schaltsekunde mehr geben. Stattdessen sind nun Schaltstunden vorgesehen. Bis eine Schaltstunde erforderlich ist, wird geraume Zeit verstreichen, jedenfalls mehr als 1.000 Jahre. Schaltsekunden wurden 1972 eingeführt, um die mit Atomuhren exakt bestimmte koordinierte Weltzeit mit der auf der nicht ganz so exakt getakteten Rotation der Erde basierenden Weltzeit (UTC) zu synchronisieren. 27 Mal wurde deshalb eine Sekunde hinzugefügt, zuletzt Ende 2016. Doch in den letzten Jahren hat sich der Trend umgekehrt und eine Erdrotation dauert nicht mehr länger, sondern kürzer. Doch auf eine negative Schaltsekunde sind technische Systeme nicht vorbereitet. Deshalb wird die Schaltsekunde abgeschafft: Jetzt kommt die Schaltstunde.
Deutlich länger als Sekunden oder Stunden ist der US-Konzern Amazon.com mit dem Aufbau seines Satelliteninternetdiensts Leo im Verzug, insbesondere seit der Explosion der Rakete New Glenn von Blue Origin. Die nächste Tranche von Satelliten wird die europäische Rakete Ariane 6 ins All bringen. Diese soll im November mit 36 Internetsatelliten Amazons an Bord