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World of WarCraft Forever entwertet alte Beute nicht: Raids bleiben dauerhaft relevant
Blizzard hält die Maximalstufe bei 60, verbirgt Item-Werte vorab im Client und setzt auf seltene Chase-Gegenstände. Der Launch erfolgt am 4. November 2026.
Die Maximalstufe von World of WarCraft Forever soll stets bei 60 bleiben, aber dennoch wird es den Entwicklern zufolge immer neue Ausrüstung geben. Auch die Items auf niedrigeren Stufen fallen mächtiger aus, als man es von früher kennt.
"Classic war von diesem Ansatz gar nicht so weit entfernt", erklärt Vice President und Senior Game Director Ion Hazzikostas im Interview mit PC Gamer. "Der Fortschritt verläuft schrittweise. Der Sprung vom Pechschwingenhort nach Ahn'Qiraj brachte damals nur wenige Item-Level mehr. Beide Raids koexistierten über weite Strecken problemlos. Die Beute von C'Thun schlägt zwar fast alles aus dem Pechschwingenhort, aber dabei geht es pro Spieler um ein oder zwei Items. Ein solches System kann über einen sehr langen Zeitraum tragen."
In modernen MMORPGs entwerten neue Raids frühere Ausrüstung meist vollständig. Das Konzept von World of WarCraft Forever knüpft an das ursprüngliche Classic-Prinzip an, bei dem Best-in-Slot-Gegenstände über mehrere Raid-Phasen hinweg nützlich bleiben und Content relevant halten.
Ein Best-in-Slot-Gegenstand aus einer früheren Raid-Stufe bleibt euch somit häufig noch sehr lange als beste Option erhalten und soll nicht kurz danach schon wieder entwertet werden. Aber das gilt laut Hazzikostas nicht für alle Ewigkeit: "Wenn ihr den im Dezember erscheinenden Raid Barrow Deeps farmt, habt ihr irgendwann alle Wunsch-Items beisammen. Das ist völlig in Ordnung – dann seid ihr an dieser Stelle eben fertig."
Auf der höchsten Stufe sollen nützliche Nischen-Gegenstände für spezielle Situationen und extrem seltene "Chase Items" die Motivation hochhalten. So könnte etwa ein Item sich in einem bestimmten Bosskampf als besonders wertvoll erweisen, in anderen dafür weniger.
Dabei bemüht sich Blizzard auch, vor dem offiziellen Forever-Launch nicht zu viel zu verraten: "Wir haben eine alte Technologie reaktiviert, die Werte, Eigenschaften und Tooltips von Gegenständen für den Client komplett verbirgt – bis tatsächlich jemand auf dem Server das entsprechende Item erbeutet", erklärt Hazzikostas. "Diesen Mechanismus könnten wir bei Bedarf sogar ins moderne WoW übertragen."
"Jeder einzelne Boss in unseren Raids droppt extrem seltene Chase Items mit minimaler Drop-Chance – ähnlich wie die Drachenwirbeltrophäe in Gruuls Unterschlupf, nur eben bei jedem Boss", ergänzt Principal Designer Kris Zierhut. "Es kann drei oder vier Wochen dauern, bis jemand so ein Item zu Gesicht bekommt – und plötzlich stellt dieser eine Drop die gesamte Meta wieder auf den Kopf."
Es soll auf jeden Fall Geheimnisse im Spiel geben und die Fans sollen nicht direkt von Anfang an alles wissen: "Wir wollen das Spiel gewissermaßen wieder 'unlösbar' machen, damit die Community den besten Weg selbst herausfinden muss", betont Zierhut. "Niemand weiß vorab, welche Items die besten sind oder was man sich holen sollte. Es fühlt sich wieder an wie 2004: Niemand weiß Bescheid und alle müssen es gemeinsam neu herausfinden."
Des Weiteren sind die Gegenstände bewusst nicht perfekt auf bestimmte Klassen und Statuswerte zugeschnitten: "Unsere Items fallen deutlich eigenwilliger aus. Ihr bekommt selten exakt das, was ihr euch wünscht", erklärt er. "Kein Ausrüstungsteil ist perfekt."