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PlayStation-Ende der Discs: Ken Kutaragi zeigt Verständnis für die Wut der Gaming-Fans
PlayStation-Urgestein Ken Kutaragi äußert sich zum geplanten Disc-Aus ab 2028 und erklärt den Konflikt zwischen Kosten und Verbraucher-Mindset.
Sony hat mit der Ankündigung über das Ende der Discs für die PlayStation ab 2028 ein ziemliches Pulverfass entzündet. Die Gaming-Gemeinde ist in Aufruhr und neben Protesten und Petitionen wurde die PS5 sogar gehackt. Während Jailbreaks bisher kein großes Thema waren, hat sich das in den letzten Wochen und Monaten geändert und Sony sah sich einer regelrechten Raubkopierwelle gegenüber. Der Vater der PlayStation, Ken Kutaragi, erklärt dabei kürzlich, dass er versucht, beide Seiten zu verstehen.
Sonys Beliebtheitswerte scheinen gerade im freien Fall zu sein und selbst kleine und unscheinbare Entscheidungen werden von Spielern kritisch beäugt und unter die Lupe genommen. Es wirkt so, als könne das Unternehmen derzeit nichts richtig machen und jede weitere Aktion sorgt für einen größeren Aufschrei. Grund dafür ist das Disc-Aus bei Sony ab 2028 und die damit einhergehenden Sorgen und Fragen um Besitz und Verbraucherschutz.
Ken Kutaragi war hauptverantwortlich für die Veröffentlichung der PS1, PS2 und PS3 und gilt als Vater der PlayStation. In einem Gespräch mit VGC auf einem Game Republic New Horizons Event sprach er über seine Einschätzung der Lage und betonte, dass er versuche, beide Seiten der Argumente zu sehen. Dabei teilte er die Auffassung Sonys, dass es “wirtschaftlich nicht sinnvoll” sei, weiterhin auf die Disc-Produktion zu setzen. Der Trend geht zur digitalen Distribution und die Einsparmöglichkeiten sind mit Sicherheit nicht unerheblich.
“Ich verstehe, dass physische Datenträger zu einer Metapher für das ‘Besitzen’ von Spielen geworden sind. Diese Denkweise kann ich wirklich nachvollziehen”, erklärt Kutaragi. “Aber niemand hält [physische Datenträger] beispielsweise für ein vernetztes Gerät wie ein Smartphone für notwendig, weil die Menschen das Gefühl haben, dass sie ihre Inhalte behalten werden. Es ist also eine Frage der Einstellung.”
“Ich kann wirklich nachvollziehen, [warum manche Leute verärgert sind], aber ich halte das wirtschaftlich nicht für sinnvoll. Vielleicht ist es eine Frage der Mentalität”, fährt er fort.
“Es ist also verständlich, dass sie durch die Nutzung der Netzwerkverbindung die PlayStation möglicherweise nicht nur als Spielkonsole, sondern auch als Terminal für Inhalte betrachten. Vielleicht denken [die Führungskräfte von PlayStation] genau so. Dies hat jedoch zu einigen Reibereien mit Spielefans geführt.”
Auch wenn es sein mag, dass Smartphones nie physische Spiele erhalten haben, wirkt dieses Argument wie Äpfel und Birnen zu vergleichen. Natürlich könnten Spiele für das Handy auch über Micro SD-Karten verkauft werden, doch nicht einmal jedes Smartphone bietet noch die Möglichkeit, eine weitere Speicherkarte einzulegen. Zudem bezahlen wir keine 80 Euro für ein Handyspiel. Auch wenn ich sein Argument zwar nachvollziehen kann, halte ich es nicht für sinnvoll. Nur weil Sony Kosten sparen will, können nicht gleich Verbraucherrechte über Bord gehen.
Doch Kutaragi sieht ein weiteres Problem, nämlich die steigenden Hardwarepreise: “Derzeit sind die Geräte extrem teuer, und das ist keine gesunde Situation … [auch wenn] sich die Architektur von konsolenbasiert zu PC-basiert gewandelt hat, mit dem Ziel, die Entwicklung auf dieser Plattform zu vereinfachen, aber im Moment sind PCs einfach so teuer. Das kostet so viel wie ein Auto! Das ist nicht gesund.”
Mit Blick auf KI und Cloud-Gaming sieht Kutaragi die Zukunft des Spielens eher auf dieser Ebene als weiterhin auf Konsolen. Hardwarehersteller müssen bald schon für dieses Problem “elegante Lösungen finden”.