// GAMESTAR — GAMING
Netflix - Matt Damon bestäigt: Der Streaming-Dienst macht Filme für Leute, die nicht mal hinschauen
Second Screening ist laut Matt Damon ein großes Thema bei Netflix. Bildquelle: Netflix
Die kollektive Aufmerksamkeitsspanne sinkt immer weiter, und Handys bieten die ideale Ablenkung. Ein Griff zum Smartphone ist schneller getan, als wir das Wort »Film« überhaupt aussprechen können.
Wenn wir dann aber doch einmal konzentriert zuschauen, werden einige schnell feststellen: Warum erklären mir die Figuren zum 320. Mal, was eigentlich die Handlung ist? Nun ja, das könnte daran liegen, dass Netflix seine Filme bewusst so konzipiert.
Auf Netflix sitzen Matt Damon (Der Marsianer, Jason Bourne) und Ben Affleck (Gone Girl, Justice League) in einem Gebäude fest und zählen einen Batzen Geld, der aus illegalen Geschäften stammt. Also nicht wirklich, das ist natürlich nur die grobe Prämisse ihres 2026 veröffentlichten Thrillers The Rip.
In der Podcast-Ausgabe #2440 von Joe Rogan (via Variety) sind die beiden Netflix für diese Chance zwar dankbar, aber Damon enthüllt auch, wie der Streaming-Anbieter die Filmwelt verändert. Demnach werden Filme vor allem für das sogenannte Second Screening produziert, was die Nutzung eines Hauptbildschirms in Kombination mit einem weiteren mobilen Gerät bezeichnet.
Wie genau eine solche Fokussierung auf Second Screening aussieht? Die Exposition wird während des Films mehrmals wiederholt. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Zuschauer selbst am Handy mitbekommen, was eigentlich auf dem TV-Bildschirm passiert.
Außerdem wird der normale Ablauf von Actionfilmen stark verändert. Explosionen und starke Elemente, die eigentlich im Finale anstehen, werden vorgezogen. Damit die Zuschauer dranbleiben - ein bisschen ironisch ist das schon. Damon sagt dazu genau:
Nehmen wir zum Beispiel Netflix – wir haben gelernt, dass Actionfilme in der Regel aus drei festen Elementen bestehen. Eines im ersten Akt, eines im zweiten und eines im dritten, die sich immer weiter steigern, bis es im dritten Akt zu einer großen Explosion kommt, für die man den größten Teil des Budgets ausgibt. Das ist sozusagen das Finale.
Jetzt sagt Netflix: »Können wir eine große Szene in den ersten fünf Minuten einbauen?« Wir wollen, dass die Leute dranbleiben. Und es wäre nicht schlimm, wenn man die Handlung drei- oder viermal im Dialog wiederholen würde, denn die Leute sind während des Zuschauens mit ihren Handys beschäftigt.
2:27
The Rip: Im Crime-Thriller stellt ein Haufen Geld die Loyalität von Ben Affleck und Matt Damon auf die Probe