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Call of Duty: Modern Warfare 4 Kampagne im Test – Mehr Blockbuster passt kaum in sieben Stunden
Mal James Bond, mal John Wick, dann wieder MGS 5: Modern Warfare 4 zeigt, wie abwechslungsreich eine Shooter-Kampagne sein kann.
Nach der für mich extrem enttäuschenden Kampagne von Black Ops 7 hatte ich Call of Duty eigentlich abgeschrieben. Das Ganze wirkte wie ein missglücktes Experiment, bei dem sich die Entwickler offenbar nicht zwischen Koop- und Singleplayer-Abenteuer entscheiden konnten.
Modern Warfare 4 setzt die 2019 begonnene Reboot-Reihe von Infinity Ward fort. Während Nordkorea eine groß angelegte Invasion Südkoreas startet, kämpft der junge Soldat Park Hyun Jun mit seiner Einheit ums Überleben. Parallel dazu verfolgt der untergetauchte Captain Price seine eigene tödliche Mission. Die Kampagne umfasst 16 Einsätze und führt unter anderem nach Korea, New York, Paris und Mumbai.
Und seit Jahren bekomme ich immer wieder zu hören: „Call of Duty spielt niemand wegen der Kampagne, sondern wegen des Multiplayers.“ Da muss ich gleich doppelt widersprechen. Erstens spiele ich die Reihe seit jeher ausschließlich wegen ihrer Solo-Kampagnen. Und zweitens würde Activision wohl kaum Millionen in aufwendige Einzelspieler-Abenteuer investieren, wenn sich tatsächlich niemand dafür interessieren würde.
Überraschung: Meine anfängliche Skepsis gegenüber Modern Warfare 4 hielt keine fünf Minuten. Aus „Hoffentlich wird das nicht wieder so ein Reinfall“ wurde ziemlich schnell „Holy Shit, was geht denn hier ab?“ Als nach rund sieben Stunden der Abspann lief, startete ich kurzerhand einen zweiten Durchgang. Zum einen, weil ich dieses Spektakel unbedingt noch einmal erleben wollte. Zum anderen, weil ich neugierig war, ob die Entscheidungen, die man in manchen Missionen treffen muss, tatsächlich den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. So viel sei verraten: Wer ähnlich weitreichende Konsequenzen wie in The Blood of Dawnwalker erwartet, wird seine Erwartungen deutlich herunterschrauben müssen.
Mit seiner Kampagne beweist Modern Warfare 4, wie viel mehr in einem Ego-Shooter stecken kann. Agentenaction à la James Bond, knallharte Nahkämpfe im Stil von John Wick und Sandbox-Erkundung wie in MGS 5, kombiniert mit dem gewohnt hemmungslosen Call-of-Duty-Bombast. Und noch bevor sich eines dieser Elemente abnutzen kann, hat Infinity Ward schon die nächste Überraschung parat.
In einem Moment jagt ihr einen Gegner in bester Parkour-Manier über die Dächer New Yorks, kurz darauf prügelt ihr euch durch einen Nachtclub. Dann rast ihr bei einer wilden Verfolgungsjagd durch die Pariser Innenstadt, seilt euch nachts an der Fassade eines Hochhauses in Mumbai ab oder kämpft auf der koreanischen Halbinsel inmitten einer brutalen Invasion ums Überleben.
Dabei tauscht Infinity Ward keineswegs nur brav die Kulissen aus. Auch spielerisch schlägt Modern Warfare 4 Haken am laufenden Band: Ihr schleicht, klettert, steuert Fahrzeuge, verteilt Backpfeifen, löst kleine Rätsel, bedient schweres Gerät und kämpft euch zwischendurch natürlich auch ganz klassisch mit den Sturmgewehr durch feindliche Stellungen. Ging bereits Black Ops 6 in diese Richtung, sprengt Modern Warfare 4 die alten Fesseln nun komplett.
Noch beeindruckender ist eigentlich nur der hemmungslose Mut zur Verschwendung. Manche Spielmechanik kommt nur für ein paar Minuten zum Einsatz und verschwindet danach auf Nimmerwiedersehen. Während andere Studios um eine solche Idee gleich ein Fortschrittssystem mit drei Skilltrees und 20 Stunden Grind bauen würden, ist Modern Warfare 4 längst bei der nächsten Attraktion angekommen.
Infinity Ward beweist zudem ein hervorragendes Gespür dafür, wann die Kampagne Vollgas geben und wann sie einen Gang zurückschalten sollte. Eben noch wird aus allen Rohren gefeuert, während um euch herum die Welt unterzugehen scheint, wenig später stapft ihr entspannt durch die verschneite Wildnis, erkundet die Umgebung per Drohne und haltet Ausschau nach Orten, die einen Abstecher wert sind. Genau diese ruhigeren Momente sorgen dafür, dass die nächste Krachbumm-Sequenz wie