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Axel Scheffler: Grüffelo-Zeichner will gegen KI-Konzerne vorgehen
Kinder auf der ganzen Welt lieben das Monster, das Axel Scheffler, 68, miterfunden hat: Der Grüffelo ist ein eigentlich Furcht einflößendes Monster mit auffälligen Zähnen und einer grünen Warze auf der Nasenspitze, das von einer Maus hereingelegt wird. Nur: KI-Sprachmodelle scheinen ihn auch zu lieben. Scheffler berichtete vor Kurzem selbst davon, wie leicht es mit diesen ist, ein Monster selbst zu kreieren, das verblüffende Ähnlichkeit mit dem Grüffelo aufweist.
Jetzt hat Scheffler erzählt, dass er bereits über weitere Schritte nachdenkt – und eine Klage erwägt. »Am liebsten würde ich mich mit anderen Künstlern zusammentun und gemeinsam vor Gericht ziehen«, sagte er der »Zeit«. Er brauche nun rechtliche Beratung und spreche bereits mit seinen Verlagen, ob sie eine Klage unterstützen würden.
»Ich bin entsetzt, das ist ganz eindeutig meine Figur; nur die Hintergründe sehen ganz anders aus, als ich sie zeichne«, kommentierte Scheffler die Bilder, die eine KI in einem Versuch des Mediums erstellt hatte.
Die deutsche Penguin Random House Verlagsgruppe hatte als erster Buchverlag in Europa Klage gegen das KI-Unternehmen OpenAI wegen Urheberrechtsverletzung eingereicht. Gemeinsam mit dem Autor und Zeichner Ingo Siegner klagen sie wegen KI-generierter Bilder des »kleinen Drachen Kokosnuss«.
Laut der »Zeit« liegt jetzt die Klageerwiderung von OpenAI vor. Das Unternehmen argumentiert demnach, eine KI speichere nichts ab wie eine Datenbank, weil ein Sprachmodell Inhalte bewusst nicht eins zu eins wiedergebe. Vielmehr werde die KI so trainiert, dass sie bloße Muster und Zusammenhänge erkenne, um daraus völlig neue Inhalte zu generieren.
Unterdessen zieht auch der Hamburger Carlsen Verlag gemeinsam mit dem Autor Marc-Uwe Kling und der Illustratorin Astrid Henn vor Gericht. Sie klagen auf Urheberrechtsverletzung beim »NEINhorn«. Dass ausgerechnet Kinderbuchverlage vorangehen, begründete die Verlegerin des Carlsen Verlags, Sandra Harzer-Kux, mit den Worten: »Weil in der Kinder- und Jugendliteratur nicht nur mit Texten, sondern auch mit Bildern erzählt wird, ist sie besonders anfällig für KI-Fakes.«