// GAMESTAR — GAMING
Science - Seit 1979 sind über 11 Billionen Tonnen Polareis verschwunden: Genug Wasser, um ganz Europa einen Meter tief zu fluten
Laut Wikipedia hat Grönland rund 56.740 Einwohner.(Bildquelle: visitgreenland, unsplash.com)
Manchmal erweisen sich Technologien für Zwecke als nützlich, an die anfangs niemand gedacht hat. So auch bei einem kleinen Satelliten, der 1972 ins All startete, um die Erde zu umkreisen. Ursprünglich sollte er landwirtschaftliche Flächen, Böden und Wälder erfassen. Vermutlich hatte niemand vor, ihn loszuschicken, um Gletscher zu vermessen.
Ein internationales Forschungsteam hat ein halbes Jahrhundert später 42 unabhängige Auswertungen von Daten aus insgesamt 27 Satellitenmissionen zusammengeführt, darunter frühe Landsat-Aufnahmen. Das Team ermittelte, wie viel Eis Grönland und die Antarktis verloren haben.
Dank dieser Analyse wissen wir heute, dass beide Eisschilde zwischen 1979 und 2023 zusammen etwa 11,3 Billionen Tonnen Eis verloren haben. Genug, um den globalen Meeresspiegel um gut drei Zentimeter steigen zu lassen (via IMBIE-Pressemitteilung).
Unterm Strich wirkt das wie eine gigantische, kaum greifbare Zahl. Zur Einordnung: Würde man das Wasser auf ganz Europa verteilen, würde es die gesamte Fläche rund einen Meter hoch bedecken. Die eigentliche Erkenntnis liegt dabei nicht allein in der Summe, sondern darin, wie dieser massive Eisverlust abgelaufen ist.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Xataka.com und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
Die Methodik ist zwar nicht neu, doch das frühe Landsat-Archiv erweitert die Aufzeichnungen für Grönland bis 1972 und für die Antarktis bis 1979. Zusammen mit den Daten weiterer Satellitenmissionen ermöglicht es die bislang längste satellitengestützte Bestandsaufnahme der Veränderungen beider Eisschilde.
Bei der Betrachtung der Klimadaten könnt ihr auf diese Zeitreihe blicken. Die Auswertung zeigt, wie sich das Tempo im Laufe der Zeit verändert hat.
In den 1970er-Jahren befand sich Grönland noch nahezu im Gleichgewicht. Zur Einordnung: In den Achtzigern verlor die Insel bereits rund 60 Gigatonnen Eis pro Jahr. In den Neunzigern blieb dieser Wert nahezu unverändert.
Ab den 2000er-Jahren verstärkten sich die Verluste dann deutlich und stiegen auf 192 Gigatonnen pro Jahr. Im darauffolgenden Jahrzehnt ab 2010 erreichten sie schließlich 264 Gigatonnen. In der Antarktis stieg der jährliche Verlust von etwa 48 Gigatonnen in den Achtzigern auf rund 202 Gigatonnen in den 2010er-Jahren.