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Lootboxen: PEGI stuft digitale Spiele wie EA Sports FC künftig ab 16 Jahren ein
Die europäische Behörde verschärft Richtlinien für Digitaltitel mit Zufallsbelohnungen. Betroffen sind unter anderem auch Zenless Zone Zero und Monopoly Go.
Die europäische Alterseinstufungsbehörde PEGI hebt ab sofort die Altersfreigaben für digitale Spiele mit Lootboxen auf 16 Jahre an. Diese neue, spürbar strengere Regelung rollt PEGI im Laufe des Oktobers schrittweise aus.
Connor Hinde von der britischen Games Rating Authority kündigte diesen Schritt auf seinem persönlichen LinkedIn-Profil an. In seinem Beitrag heißt es:
Die Pan European Game Information (PEGI) bewertet seit 2003 Alterseignungen für Videospiele in über 35 europäischen Ländern. Während PEGI europaweit als Standard gilt, ist in Deutschland primär die gesetzliche Kennzeichnung durch die USK verbindlich.
"Seit Juni prüfen wir neu eingereichte Titel anhand erweiterter Kriterien im PEGI-System – darunter auch neue Maßstäbe für interaktive Risiken. Als britische Vergabestelle für PEGI wendet die Games Rating Authority diese aktualisierten Kriterien nun auch auf ausgewählte, bereits veröffentlichte Digitalspiele an."
"Bestehende reine Digitaltitel mit einer aktuellen Freigabe ab 3, 7 oder 12 Jahren, die kostenpflichtige Zufallsbelohnungen wie Lootboxen enthalten, stufen wir künftig auf 'PEGI 16 – Paid random items' hoch."
Diese Umstellung begann bereits in dieser Woche und setzt sich den gesamten Monat über fort. Publisher und Entwickler, die dazu Fragen oder Bedenken haben, forderte Hinde auf, sich an das Support-Team von PEGI zu wenden.
Von dieser Regeländerung ist unter anderem die Reihe EA Sports FC betroffen, die bislang eine Einstufung ab PEGI 3 trug. Auch Zenless Zone Zero, das Gacha-Actionspiel von HoYoverse, klettert durch die neuen Vorgaben von einer 12er- auf eine 16er-Freigabe. Monopoly Go listet der App Store von Apple derzeit zwar noch ab 9 Jahren – angesichts der enthaltenen zufallsbasierten Sticker-Packs und Boxen dürfte aber auch hier bald eine neue Kennzeichnung anstehen.
Warum das Ganze wichtig ist? Der Schritt signalisiert Eltern wie auch Spielern unmissverständlich, dass das Monetarisierungsmodell eines Titels womöglich nichts für jüngere Zielgruppen ist. Allerdings betrifft diese Regelung bislang ausschließlich reine Digitalspiele. Damit liegt es weiterhin vor allem in der Hand der Eltern, genau hinzuschauen, was der Nachwuchs auf dem Bildschirm treibt.
Dieser Kurswechsel folgt auf eine Ankündigung aus dem März: Damals gab PEGI bekannt, künftig Titeln mit Lootboxen, vergleichbaren Mikrotransaktionen, suchtfördernden Mechaniken und unkontrollierter Online-Kommunikation den Riegel vorzuschieben. Die Behörde arbeitet schon länger daran, ihre Richtlinien besser an moderne Branchenpraktiken anzugleichen. Mit diesem Rollout greifen die Maßnahmen nun endlich auch in der Praxis.