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Ein japanischer Schauspielerverband wehrt sich gegen den Einsatz KI-generierter Stimmen
Der Verband fordert ein striktes Klon-Verbot für verstorbene Darsteller und pocht auf faire Tantiemen sowie umfassenden Schutz in der Synchron-Branche.
Die Japan Actors Union hat neue Regeln, Richtlinien und Einschränkungen für den Einsatz von KI-generierten Stimmen veröffentlicht. Dazu gehört ein striktes Verbot, die Stimmen verstorbener Schauspieler zu klonen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Person der Nutzung noch zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat.
Wie Automaton berichtet, sollen diese Richtlinien eine Branche schützen, die zunehmend durch generative KI ausgebeutet wird. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Synchronsprecher Kenjiro Tsuda (bekannt aus Jujutsu Kaisen und Chainsaw Man). Er zog gegen TikTok vor Gericht, um KI-generierte Stimmenimitationen von der Plattform entfernen zu lassen. Zwar verlor er den Prozess, schuf damit aber einen wichtigen Präzedenzfall: Die menschliche Stimme fällt nun unter den Schutz der Persönlichkeitsrechte.
Die Richtlinien umfassen vier Hauptpunkte. Der erste dreht sich um die Zustimmung: KI-Unternehmen müssen in "jeder Phase" des generativen KI-Prozesses die Erlaubnis einholen. Das bedeutet, dass sie die Zustimmung der Schauspieler brauchen, bevor sie Modelle mit deren Aufnahmen trainieren dürfen.
Der zweite Punkt legt fest, dass KI-Kopien der Arbeit eines Schauspielers als völlig neue Darbietung gelten. Folglich müssen KI-Firmen den betroffenen Schauspielern Tantiemen oder Entschädigungen zahlen.
Als Nächstes geht es um Übersetzungen durch generative KI. Dabei nimmt die Software die Performance eines Schauspielers und überträgt sie automatisch in eine andere Sprache. Laut den Richtlinien muss hierbei die "künstlerische Integrität" des Originals erhalten bleiben. Außerdem darf man sie in anderen Regionen nicht ohne vorherige Erlaubnis verwenden.
Zu guter Letzt regelt die Japan Actors Union den Einsatz von generativer KI bei den Werken verstorbener Schauspieler. Die neuen Regeln verbieten die Nutzung in diesem Bereich komplett. Es sei denn, der Schauspieler hat der Verwendung der Software noch zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt. Aber selbst in diesem Fall benötigt ein KI-Unternehmen weiterhin die Erlaubnis der Familie sowie der ehemaligen Agentur oder Firma des Verstorbenen und muss zudem Tantiemen abführen.
"Die Japan Actors Union wird sich nicht nur dafür einsetzen, diese Richtlinien als branchenweite Regeln zu etablieren. Wir wollen auch den Druck auf die Regierung erhöhen, damit diese Gesetze zum Schutz von Stimmrechten verabschiedet", erklärte die Gewerkschaft (übersetzt via Automaton). "Der technologische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Dennoch müssen der lebendige, menschliche Ausdruck und der Respekt vor den Rechten immer im Mittelpunkt stehen."
Wichtig dabei: Diese Richtlinien sind noch keine Gesetze. KI-Unternehmen sind also bisher nicht rechtlich daran gebunden. Trotzdem markiert der Vorstoß der Japan Actors Union einen wichtigen Wendepunkt. Die neuen Regeln erhöhen den Druck auf die generative KI-Branche in Japan massiv, da Schauspieler weiterhin vehement für bessere Schutzmaßnahmen kämpfen.
Die japanische Gewerkschaft ist nicht die einzige, die sich gegen generative KI wehrt. Auch in westlichen Ländern äußern sich ähnliche Kollektive kritisch über die Auswirkungen der Technologie auf die Branche. Eine dieser Gruppen bezeichnete die Entwicklungen sogar als "katastrophal".